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Kortisol und Muskelabbau
Verfasst am: FTW @ 20.12.06 | 20:39  
Der Schmerz in meinen Muskeln war so wahnsinnig, es schien schon nicht mehr real zu sein. Mir ging es fast so, als hätte mich Popeye bearbeitet, nachdem er zuvor fünf Dosen Spinat gegessen hat. Die intensiven Schmerzen, die ich an diesem Tag gespürt habe, brachten mich zu einer Erkenntnis, die alles veränderte. Ich haben die letzten 6 Monate gnadenlos Gewichte gestemmt, in einem Rhythmus von 5 Tage Training an den Gewichten am Stück und im Anschluss 1 Tag Cardio. Ich war erschöpft, ausgezerrt und habe nicht den Fortschritt im Muskelaufbau gesehen, den ich bei einem Training derartiger Intension erwartet hatte. Ich habe alles durchprobiert: Protein, Creatin, Vitamine, Mineralien, usw. Aber es hat nur minimal geholfen. Ich legte alle 12 Tage eine zweitägige Trainingspause ein. Ich dachte das wäre viel gewesen…

Wie auch immer, nachdem ich sehr intensiv das Thema Übertraining erforscht hatte, kam ich zu der Feststellung dass ein hoher Kortisolspiegel mein Problem sein könnte. Ich ging kurz darauf zu meinem Arzt und liess ihn meinen Kortisolspiegel direkt am Morgen untersuchen. Der Verdacht bestätigte sich – mein Kortisolspiegel war zu hoch. Das ist nicht nur mein Problem, es betrifft auch viele andere Menschen nahezu überall. Nun, viele von uns haben von Kortisol bereits gehört, und viele wissen es waren schlechte Neuigkeiten. Aber leider weiss niemand wirklich, welchen immensen Schaden dieses katabole Hormon letztlich verursachen kann. Das muskelabbauende Hormon zerstört de facto das ganze Potenzial, Muskeln aufzubauen. Bodybuilder müssen diesem muskelabbauenden Hormon den Krieg erklären, wenn sie Muskeln aufbauen wollen. Bevor wir uns in den direkten Kampf gegen Kortisol begeben, folgen zunächst einige Hintergrundinformationen zu diesem heiklen Thema. Schliesslich führt Verständnis zu Lösungen (oder war es Verrücktheit?).

Kortisol ist das primäre Glukokortikoid. Es ist ein körpereigenes Hormon, das von den Drüsen der Nebenniere produziert wird. Obwohl die Arbeitsweise des Kortison noch nicht vollständig verstanden ist, weiss man, dass es lebensnotwendig ist. Kortisol ist notwendig, damit der Körper in Zeiten intensiven Stress wichtige Funktionen aufrecht erhalten kann. Die meisten Auswirkungen des Kortisol sind zwar nicht direkt verantwortlich für die Funktionen des Stoffwechsels und des Kreislaufs, jedoch notwendig um diese vollkommen aufrecht zu erhalten.

Kortisol kann Einfluss auf das peripherale Gewebe (Armen und Beine) ausüben. Einmal im Blutkreislauf ist es gewöhnlich an ein spezielles glukokortikoidbindendes alpha2 Globulin namens Transcortin gebunden. Ungefähr 75% des Kortisol ist an Transcortin gebunden, 15-20% liegt in etwas schwächerer Form gebunden an Albumin vor und 5% des zirkulierenden Kortisol liegt in freier Form vor. Das ist ein wichtiger Faktor, der berücksichtigt werden muss, wenn der Kortisol-Spiegel gemessen wird. Eine 24 Stunden Urin Untersuchung des noch nicht verstoffwechselten Kortisol ist der beste Weg um den exakten Kortisol-Spiegel zu messen. Dies macht es auch möglich von gebundenem und freiem Kortisol zu unterscheiden. Exogen zugeführtes Kortisol hat eine Halbwertszeit von 70-90 Minuten. Kortisol kann zu seinem Analog 11-Keto Kortisol konvertieren. (Hierbei handelt es sich um jenes Kortisol, das bei starken Schwellungen und Entzündungen angewandt wird).

Für die richtige Funktion der Nieren ist Kortisol ebenfalls notwendig. Wenn ein Mangel an Kortisol besteht oder der Kortisol-Spiegel stark fällt, nimmt das glomerulare Filtrationsvolumen ab und Wasser kann nicht mehr schnell genug ausgeschieden werden. Das hat eine nachhaltige Wasserretention zur Folge, worauf man bald aussieht wie ein Michelin Männchen.

Die wesentlichen katabolen Wirkungen des Kortisol betreffen die verstärkte Umwandlung von Muskulatur und Bindegewebe in Glykose und Glykogen (Kortisol kann Glykogen in der Leber erhöhen). Glukoneogenese betrifft sowohl den Abbau bereits gebildeten Proteins, als auch verminderte Synthese von neuem Protein. Kortisol kann zudem eine verringerte Aufnahmefähigkeit von Glukose in Zellen bewirken, indem es direkt den Transport von Glukose in die Zellen behindert. Kortisolüberschuss kann ebenso eine Verringerung der Insulinsensitivität bewirken. Darüberhinaus schwächt Kortisol den Prozess der Umwandlung von Aminosäuren in Protein in den Muskelzellen.
Ein Kortisolüberschuss kann zu einem fortschreitenden Proteinverlust, Muskelschwäche sowie Muskelschwund, einer Schwächung der Knochendichte (aufgrund erhöher Kalziumausscheidung bei gleichzeitig verringerter Kalziumaufnahme) führen. Das ist einer der Gründe, warum Langstreckenläufer über eine so schwache Physis verfügen. Der hohe Stress, dem der Körper eines Langstreckenläufer ausgesetzt ist, führt zu einer Erhöhung der freien Radikale sowie des Kortisol. Ein hoher Kortisolspiegel kann sich auch sehr zu Ungunsten auf die Gesunderhaltung der Zähne auswirken. Kortisol führt zu einer Umverteilung von Körperfett dessen genauer Mechanismus jedoch bis heute ungeklärt ist. Hauptsächlich wird dabei der Fettanteil an Armen und Beinen verringert, wobei er im Gesicht und am Bauch zunimmt. Zu den Auswirkungen des von Kortisol ausgelössten Übertrainings gehört auch das Symptom einer Depression. Ebenfalls eine der Auswirkungen von erhöhtem Kortisol ist Bluthochdruck da Kortisol Wasser im Körper bindet (dies führt zu dem aufgedunsenen Aussehen). Zudem wird vermehrt Kalium ausgeschieden. Mit anderen Worten ausgedrückt: Kortisolüberschuss kann bei einem Mann Verweiblichung hervorrufen. Die grosse Herausforderung besteht nun darin, wie man es schafft, den Kortisolspiegel zu kontrollieren, jedoch nicht komplett herunterzuregeln, so dass die entzündungshemmenden Eigenschaften des Kortisol erhalten bleiben.

Ein Weg wäre auf ein kortisolblockendes Supplement zurückzugreifen und es 2 x täglich einzunehmen, sowohl direkt nach dem Aufstehen als auch vor dem Schlafengehen, da zu diesen Zeiten der Kortisospiegell besonders hoch zu sein scheint. Time Release wäre hier keine Option, da in diesem Fall das Kortisol über einen zu langen Zeitpunkt hinweg unterdrückt würde. Der Schlüssel besteht darin, nicht den physiologisch relevanten Spiegel zu unterdrücken, da dieses Hormon wie bereits erwähnt, in geringen Mengen aufgrund seiner entzündungshemmenden und lebensotwendigen Funktionen notwendig ist. Ein weiterer unerwünschter Effekt des Kortisol für Sportler ist die erhöhte Gefahr einer Insulinresisstenz, da Kortisol den Spiegel heruntersetzt, ab dem das Insulin das Glukose Aufnahmesystem aktiviert. Dies ist aller Wahrscheinlichkeit nach auf die Blockade an eines der Insulinrezeptoren zurückzuführen. Jegliche Art von Stress, der dem Körper zugeführt wird, signalisiert dem Nervensystem dies dem Hypothalamus weiterzumelden. Der Hypothalamus reagiert darauf mit einer Ausschüttung von Stresshormonen, angefangen mit dem CRF (corticotrophin releasing hormone), anschliessend des ACTH (adrenocorticotropic hormone) und schliesslich mit der Produktion von Kortisol. Verschiedenste Arten von Stress, dem der Körper ausgesetzt wird, kann diesen Prozess auslösen, es seien hier nur einige erwähnt: z.B. Traumata, Angst, Infektionen, Operationen, Krafttraining, und sogar Aerobic können diesen Prozess auslösen. Kürzliche Studien haben gezeigt, dass erhöhte Kortisol-Spiegel den Proteinabbau um 5-20% erhöhen. Sogar eine nur geringe Erhöhung an Serum-Kortisol kann die Konzentration der Glukose im Plasma und den Proteinabbau selbst bei gesunden Menschen deutllich erhöhen. Der Kortisol-Spiegel steigt mit der Dauer eines intensiven Trainings stetig an. Bei übertrainierten Sportlern steigt der Spiegel des Kortisol immer weiter, wohingegen der Spiegel des Testosteron abnimmt. Daher stellt die Testosteron-Kortisol Ratio eine Methode dar, den Grad eines potentiellen Übertrainings zu messen. Übrigens ist Übertraining definiert als eine Zunahme des Trainingvolumens und/oder der Intensität bei einem gleichzeitigen Nachlassen der Leistung.

Kortisol kann den Fettgehalt des Körpers erhöhen, insbesondere wenn es schnell im Körper ansteigt. Ein hoher Kortisolspiegel wirkt im Körper wie ein Gegenspieler zu Testosteron. Es ist Tatsache, dass einer der wesentlichen antikatabolen Wirkungen des Testosterons und anderer anaboler Steroide darauf beruht, in den Stoffwechsel des Kortisol einzugreifen. Das ist auch einer der Gründe, warum Anwender von anabolen Steroiden übertrainieren können wie es ihnen beliebt und dennoch fettfreie Muskeln sowie Kraft aufbauen.

Manche Forschungsergebnisse deuten darauf hin dass die Kortisolausschüttung aufgrund Krafttrainings nach etwa 5 Wochen vom Körper reduziert wird und die Testosteron-Kortisol Ratio nach langen Perioden des Krafttrainings nicht mehr ganz so stark beeinflusst wird. Dies legt den Verdacht nahe, dass der Körper über ein Art intelligenten Regler verfügen könnte.

Kortisol kann den Spiegel des Wachstumshormons verringern, indem es die Ausschüttung von Somatostatin (ein Gegenspieler des Wachstumshormons) stimuliert. Es kann zudem sein, dass Kortisol IGF1 beeinträchtigt (IGF1 ist eines der anabolsten Substanzen im Körper und der Stoff der für die meissten positiven Wirkungen des Wachstumshormons verantwortlich ist, da dieses in der Leber zu IGF1 umgewandelt wird). Kortisol hat noch weitere hormonmodulierende Wirkungen. Kortisol kann einen direkten negativen Einfluss auf auf Gonadotropin und TSH (thyroid stimulating hormone) ausüben. Kortisol macht hierbei die betreffenden Zellen die von Steroidhormonen und Wachstumsfaktoren angesprochen werden resisstent. Kortisol kann zudem das Enzym 5-Deiodiase verringern, welches das mehr oder weniger inaktive Schildrüsenhormon T4 zu dem weitaus aktiveren T3 oder Triiodohyronin umwandelt. Das führt dazu, dass sich der Stoffwechsel verlangsamt, und es schwieriger wird, Fett abzubauen (es ist schon schwer genug Fett zu verlieren, und alles das es noch schwieriger macht, sollte sofort mit aller Macht unterbunden werden).

Es gibt veschiedene Stadien, z.B. während des Schlafes, in denen der Kortisol-Spiegel erhöht ist aufgrund von der Wiederaufbereitung von Eiweiss. Das ist ein Grund, warum kortisolreduzierende Supplemente kurz vor dem Schlafen genommen werden sollten, um zu verhindern, dass während des Schlafes ein Überschuss an Kortisol produziert wird.

Kortisol scheint auch eine Rolle bei den verschiedensten Krankheiten zu spielen. So werden z.B. sowohl bei AIDS, MS (multipler Sklerose) bis hin zu Alzheimer erhöhte Korisol-Spiegel bei den betreffenden Patienten festgestellt. Ein langanhaltender, hoher Kortisol-Spiegel kann regelrechtes Chaos im Immunsystem verursachen und dem menschlichen Körper nachhaltigen Schaden zufügen. Eine wachsende Anzahl von Forschern glaubt, dass viele von den schlimmsten und verstandenen Krankheiten bald mit zu hohem Kortisol-Spiegel in Verbindung gebracht werden könnten. Dies würde eine Behandlung mit kortisolsenkenden Medikamenten bzw. Supplementen zur Folge haben.

Im Jahre 1997 wurde in Las Vegas von Dr. Alfred T. und Sapse Steroidgenesis Inhibitors Inc. eine
Konferenz über Kortisol (die 2. bis dahin stattgefundene) abgehalten. Bei dieser Konferenz beteiligten sich mehrere Forscher, die sich mit der Kortisol Forschung befassten. Es wurden verschiedene Modelle sowie Medikamente zur Reduzierung krankhaft hoher Kortisolspiegel vorgestellt. Besonders hervorgehoben wurde ein Modell von Dr. Sapse, welches sich damit befasste, inwieweit die neben der Nahrung eingesetzten Supplemente in der Lage sind, den Kortisol-Spiegel zu senken. Es ging hierbei um Gingko Biloba, Vitamin A, Zink und Acetyl-Carnitin. Andere Modelle die präsentiert wurden betrafen die Rolle von DHEA und dessen Metaboliten bezüglich deren Vermögen den Kortisol-Spiegel zu senken. Andere Vorführungen beschäftigten sich mit der Entwicklung von Krankheiten, deren als Ursache Kortisol zugrunde liegt. Alles in allem war die Konferenz sehr informativ und half Forschern viele Antworten zu finden betreffend Kortisol und kortisolreduzierenden Therapien. Zudem wurde weiterer Kortisol-Forschung die Tür geöffnet. Die Unterdrückung von Kortisol könnte ein wesentlicher Bestandteil im Regenerationsprozess von Athleten sein, die sich einem andauernden intensiven Training unterziehen. Ein hoher Kortisol-Spiegel ist ohne Zweifel einer der Gründe warum das Übertrainingsymptom entsteht. Ein moderat gesenkter Kortisol-Spiegel (nicht vollständig unterdrückt) ist entscheidenend daran beteiligt den Sportler von seinem Training vollständig regenerieren zu lassen und ermöglicht ihm das Maximale an Leistung zu erbringen - und wer würde das etwa nicht wollen?

Es wäre vielleicht eine sehr gute Idee den eigenen Kortisol-Spiegel von einem qualifizierten Arzt regelmässig untersuchen zu lassen. Einer der besten Zeiten um den Kortisolspiegel zu messen wäre direkt am morgen auf nüchternen Magen. Der Referenzwert bzw. der reguläre Wert bei Messung am Morgen liegt bei 4-19mcg/dl wenn die Messung durch Blutabnahme erfolgt. Bei einer Messung mittels Urinabgabe liegt der reguläre Wert bei 10-110 pg/ml. Eine weitere Möglichkeit den Kortsol-Spiegel zu messen wäre das Kortisol Screening. Der normale Wert liegt bei dieser Testmethode bei 100-300nmol/L. Richtwerte beziehen sich hier auch wieder auf eine Messung des morgentlichen Kortisol-Spiegels. Diese Messungen stellen indes noch nicht der Weisheits letzten Schluss dar wenn es um die exakte Diagnose eines hohen Kortisol-Spiegels geht. In jedem Fall jedoch sind sie sehr aufschlussreich und ermöglichen es, den eigenen Kortisol-Spiegel besser einzuschätzen.

Hier einige brauchbare Tipps die helfen können, den Kortisol-Spiegel zu kontrollieren:

1. Ernährung – Sei dir sicher, dass du deinen Körper auch wirklich mit allen lebenswichtigen Nährstoffen versorgst, um Mangel vorzubeugen und die optimale Funktion zu erhalten. Das beinhaltet die Aufnahme einer genügenden Menge an hochwertigem Eiweiss, komplexen Kohlenhydraten, essentiellen Fettsäuren, Vitaminen und Mineralien. Lass Dich nicht darauf ein die Zufuhr der Kalorien zu stark zu minimieren, da manche Forschungen darauf hinweisen, dass eine Verminderung der Kalorienzufuhr um 50% zu einem kontiunierlichen Ansteigen des Kortisol-Siegels um bis zu 38% führen kann.

2. Vermeide Übertraining – Versuche dich daran zu halten, nie mehr als 3 Tage hintereinander ohne einen Tag Pause zu trainieren. Versuche die Zeitdauer des Trainings unter 1 Stunde zu halten und dabei effektiv und intensiv zu trainieren. Ich weiss, dass dieser Satz schon sehr oft wiederholt wurde, aber HÖRE AUF DEINEN KÖRPER!

3. Nimm Dir genug Zeit für die Erholung zwischen den Trainingstagen – Wenn du ausgepowert bist dann warte einen Tag länger mit dem folgenden Workout bis sich Dein Körper wirklich vom Letzten erholt hat. Erinnere Dich, hier könnte weniger mehr sein.

4. Entspann Dich und versuche nicht zu sehr unter Stress zu geraten. Mach einen Abendspaziergang mit deinem Partner oder nimm Dir eine Auszeit wenn die Gelegenheit sich bietet.

5. Versuche auf mehr als 8 Stunden Schlaf pro Nacht zu kommen. Schlaf ist für den Regenerations- und Wiederherstellungsprozess grundnotwendig.

6. Maximiere den Insulin-Spiegel direkt nach dem Training – Insulin wirkt als Gegenspieler des Kortisol und kann die Ausscheidung von Kortisol senken. Den Insulin-Spiegel kurzzeitig nach dem Training zu erhöhen (durch den Verzehr von Kohlehydraten mit einem hohen glykämischen Index) kann dazu beitragen, den hohen Kortisol-Spiegel zu senken. Kortisol erreicht seinen höchsten Spiegel direkt im Anschluss an das Training.

Supplemente die helfen können einen durch intensives Training erhöhten Kortisolspiegel zu kontrollieren:

Phospatidylserine – Dieses Phospholipid, das hauptsächlich durch seine Wirkung auf die kognitiven Leistungen bekannt ist, scheint kortisolreduzierende Eigenschaften zu besitzen. Jüngste Studien, in denen 800mg Phosphatidylserin aufgeteilt in 2 Dosen verabreicht wurden, konnten einen trainingsbedingten erhöhten Kortisol-Spiegel senken. Zudem berichteten in der gleichen Studie diejenigen Probanden, die Phosphatidylserin eingenommen hatten, von geringeren Muskelschmerzen. Ältere Forschungen von Montelone bestätigen diese Ergebnisse. Bei einem absinkenden Kortisol-Spiegel kann sich die Testosteron/Kortisol Ratio zugunsten von Testosteron verbessern, was einen anabolen Effekt bewirkt.

PS scheint nur auf einen zu hohen Kortisolspiegel Auswirkungen zu haben und reduziert den Spiegel nicht unter den Normalwert, was geradezu perfekt in Hinsicht darauf ist, dass Kortisol auch heilende Wirkung im Körper entfaltet (siehe Anfang des Textes).

PS ist in 2 verschiedenen Varianten erhältlich: Als Derivat einer Substanz, die in der Hirnrinde vorkommt, sowie als Sojalezitinderivat. Letztere Variante wurde seit BSE und Creutzfeld Jakob präferiert.


Acetyl-L-Carnitine – Hierbei handelt es sich im Grunde ein Acetyl Ester von L-Carnitin. Dieses Supplement kann die Absenkung des Testosteronspiegels im Anschluss an ein intensives Widerstandstraining reduzieren. Es scheint das Ansprechen des Körpers auf Stress zu reduzieren.


L-Glutamin – Dies ist die in der Muskulatur am häufigsten vorkommende freie Aminosäure. Es scheint eine sehr wichtige Rolle bei der Protein Synthese zu spielen und ist sehr wichtig für alle Athleten, die mit Gewichten trainieren. Einige Forschungen lassen darauf schliessen, dass der Glutamin-Spiegel ein guter Indikator für Übetraining oder Overreaching sein könnte. Genaugenommen wiesen diejenigen Athleten, welche übertrainiert waren, im allgemeinen einen niedrigen Glutaminspiegel sowie einen hohen Kortisolspiegel auf. Eine Studie zeigte sogar auf, dass Glutamin dem von Kortisol ausgelössten Muskelabbauprozess direkt entgegensteuert. Einige der positiven Eigenschaften des Glutamins wären die Verbesserung der Proteinsynthese, Erhöhung des GH Spiegels (welches wiederum der muskelabbauenden Wirkung des Kortisols entgegensteuert), starke Zunahme des Muskelzellvolumens (was eine anabole Umgebung in der Muskelzelle bewirken kann) sowie eine Verringerung des Proteinabbaus im Muskel. Eine oral zugeführtes Nahrungsergänzungsmittel in Form von Glutamin kann Athleten helfen, den Symptomen eines Übertrainings vorzubeugen. Glutamin könnte zudem eine Verbesserung der Glukosesynthese (durch einen noch unbekannten Mechanismus) bewirken.

Vitamin C – Dieses Vitamin, das hauptsächlich für dessen antoxidativen Eigenschaften bekannt ist, könnte auch Eigenschaften besitzen, die dem Kortisol entgegenwirken. Eine von Stone durchgeführte Studie mit dem Titel „Wirkungen von Vitamin C auf Kortisol und Testosteron“ zeigte eine Verringerung des Kortisolspiegels bei 17 Gewichthebern der Juniorenklasse. Diese Studie zeigte zudem auf, dass diejenigen Probanden, die Vitamin C zu sich nahmen (1 Gramm zusätzlich) eine verbesserte Testosteron/Kortisol Ratio um über 20% aufwiesen. Ein derartig reduzierter Kortisol-Spiegel kann zu einer Erhöhung der Muskelmasse, Verstärkung des Bindegewebes sowie verbesserter Regeneration vom Training führen. Da Vitamin C zudem die Gefahr, sich eine Erkältung oder Grippe zuzuziehen, um 30% reduziert, und möglicherweise bei der Kollagensynthese behilflich ist, sollten alle diejenigen, die sich einem Gewichtstraining unterziehen, ein gewisses Extra an Vitamin C zu sich nehmen.

Zink – Ein Mineral, dass als unerlässlicher Bestandteil an über 300 Enzymprozess im Körper beteiligt ist, inklusive der Testosteronsynthese sowie der Produktion der Steroidhormone. Eine ausreichende Zinkzufuhr kann einen entscheidenden Einfluss darauf haben, ob man beim Training mit Gewichten grossartige Zuwächse verzeichnet oder nur mittelmässige.

Vitamin A – Laut Dr. Sapse kann dieses Vitamin, welches oft angewandt wird um eine gesunde Hautfunktion zu erhalten, auch den Kortisolspiegel reduzieren. Er legte dies in einer Erklärung nahe, die er auf der 1997 abgehaltenen Konferenze Kortisol und Anti-Kortisol präsentierte.

Gingko Biloba – Diese Pflanze wird hauptsächlich aufgrund deren hervorragenden Wirkung auf die kognitiven Leistungen indem die Blutzufuhr und der Sauerstofftransport ins Blut erhöht werden, was in einer Zunahme des mentalen Focus und der Konzentration resultieren kann. Es könnte ebenso eine Verringerung des Kortisol-Spiegels bewirken, wie in einer Ausführung auf der 1997 abgehaltenen Konferenz über Kortisol dargestellt wurde. Die stressreduzierenden und neuroprotektiven Eigenschaften von Ginkgo Biloba wurden auf dessen Wirkungen auf die glukokortikoide Biosynthese zurückgeführt. Bei dem standardisierten Ginkgo Biloba Ektrakt EGb 761, der in dieser Studie verwendet wurde, konnte in vielen anderen Studien nachgewiesen werden, dass durch diesen die Auffassungsgabe verbessert wird.

DHEA – Dieses natürliche Hormon der Nebennierenrinde, das nachdem man das Alter von 30 Jahren erreicht hat immer weiter abnimmt, scheint einige potenzielle kortisolreduzierenden Eigenschaften zu
besitzen. Viele Ausführungen, die auf der 1997 abgehaltenen Konferenz über Kortisol präsentiert wurden, diskutiertem die Rolle von DHEA bei der Reduzierung des Kortisolspiegels. DHEA ist fettlöslich und kann daher die Blut-Hirnschranke passieren. Zudem übt es eine Wirkung auf die kognitven Fähigkeiten aus.

Androstenedione – Dieses Prohormon ist ein direkter Vorläufer zu Testosteron, was dessen kortisolreduzierende Eigenschaften erklären könnte, da ein angehobener Testosteronspiegel einen nach dem Gewichtstraining erhöhten Kortisolspiegel wieder auf ein normales Mass senken kann. Unterschiedliche Metaboliten von Androstenedion und Testosteron wie 4-androstenediol, 5-androsteniol und norandrostenediol könnten weitere kortisolreduzierende Eigenschaften ausfweisen. Gleichwohl ist hier noch Forschungsbedarf vorhanden, um das vorneweg klarzustellen!

Schlussfolgerung
Dieses Thema wird in Zukunft noch eingehender behandelt werden. Studien, die sich mit der Vorgehensweise von Nahrungsergänzungen und deren kortisolreduzierenen Eigenschaften beschäftigen, können Sportlern, die mit Gewichten arbeiten, helfen, das Maximale aus ihrem Training herauszuholen und den Regenerierungs-und Erholungsprozess zu verbessern. Nun, bevor man jetzt daraus schliesst, dass die Unterdrückung von Kortisol ausreicht, um eine Nullnummer zu einem Herkules zu machen, muss gesagt sein, dass der Kortisolspiegel ein Teil in einem grossen Puzzle darstellt. Es braucht eine Kombination aus richtigem Training, Ernährung und Supplementierung, um das ganze muskelbildende Potential auszuschöpfen. Allerdings wäre es eine gute Idee, den Kortisolspiegel von einem Arzt ermitteln zu lassen und Methoden gegen zu hohes Kortisol in das Programm miteinzubauen, insbesondere während einer kalorienreduzierten Diätphase.

Das nächste Mal also, wenn Du Dich während das Gewichtstrainings über einen zu langen Zeitraum hinweg müde, schlapp oder ausgepowert fühlst, und Du die Antwort darauf nicht findest…ein Blick auf den Kortisolspiegel könnte sie liefern.


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Vitamin C 1000mg in Tablettenform
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L-Glutamin Kapseln
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