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| Verfasst am: FTW @ 10.09.06 | 17:43 |
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Die Supplementindustrie forscht schon seit langem an Mitteln mit denen sich der Fettstoffwechsel beeinflussen ließe, dabei gab es auch relativ viele Fehlschläge und die wenigen Mittel die eine Wirkung zeigen sind schon jedermann bekannt bzw. funktionieren über die üblichen Mechanismen, sei es Ephedrin mit anderen Wirkstoffen wie Yohimbin in Kombination, T2 Schilddrüsenhormone etc. Generell verwenden Bodybuilder auch aus dem bekannten Medikamentenarsenal in der Regel immer die selben Mittel. Sicher kann man mit diesen relativ gut Fett abbauen, bloß ist eine ganzjährige, durchgehende Verwendung nicht möglich. Dies lässt insbesondere Menschen mit einem langsamen Stoffwechsel, Endomorphe, so ziemlich verzweifeln, denn nach so einer Diät ist das Fett selbst mit richtiger Ernährung aufgrund der im Körper vorherrschenden, fehlerhaften Nahrungsumverteilung die Fettzellen favorisiert und des hormonellen Umfelds, schnell wieder drauf. Die einzige Lösung wären somit Wirkstoffe, die eine starke, positive Wirkung auf den Fettstoffwechsel haben, die Nahrungsumverteilung zugunsten der Muskulatur beeinflussen und generell die Fettspeicherung hemmen.
Im Falle des Sesamin war es nicht notwendig einen neuen Wirkstoff zu entwickeln, da die Natur es schon geschaffen hat. Sesamin/Episesamin kommt wie der Name schon sagt in Sesampflanzen und somit auch im Sesamöl vor. Schon Sesamöl bietet somit eine interessante Wirkung auf die Gesundheit, bloß ist die Menge des im Sesamöl vorkommenden Sesamin sehr gering, erst eine höhere Konzentration an diesem Wirkstoff zeigt eine spürbare Effektivität und eine unglaublich Fülle an positiven Wirkungen.
Was genau hat Sesamin mit dem Stoffwechsel zu tun?
Sesamin hat zahlreiche Wirkungsmechanismen, die sich auf die Fettverbrennung, Fetteinlagerung, Insulinsensibilität somit auch eine verbesserte Nährstoffumverteilung, verbesserte Mitochondrienfunktion, die wichtig für die Bereitstellung von Energie und Verwertung von Kalorien ist, auswirken.
Die wichtigste Eigenschaft des Sesamin ist sicherlich die Wirkung auf das PPAR.
PPAR ist ein Zellkernrezeptor der die Expression gewisser Gene insbesondere in den Fettzellen dirigiert, ein sogenannter Transkriptionsfaktor der die Zellentwicklung, -differenzierung und – wachstum steuert.
Die für uns wichtigen sind PPAR Alpha und Gamma.
PPAR Alpha befindet sich hauptsächlich in der Leber, Niere, im Herzen und Muskeln wo es die Oxidation (Verbrennung) von Fettsäuren steuert und andere Faktoren des Fettstoffwechsels, wenn es aktiviert wird.
PPAR Gamma befindet sich dagegen hauptsächlich in Fettzellen (Adipocyten) und hier steuert es das Wachstum der Fettzellen als auch die Fettspeicherung, wird PPAR Gamma aktiviert ruft es eine Fettspeicherung hervor.
Sesamin ist ein PPAR Alpha Agonist, fördert also die Fettverbrennung und andererseits hemmt es PPAR Gamma, somit wird den Fettzellen die Möglichkeit genommen eine Fettspeicherung auszuführen, da es die dafür benötigten Gensequenzen nicht mehr bzw. nur noch beeinträchtig umsetzen kann.
Eine Gabe an Sesamin führt eindeutig zu einer gesteigerten Verbrennung von Fettsäuren in der Leber und Muskulatur (PPAR Alpha), die Menge der zur Fettverbrennung notwendigen Enzyme wird messbar erhöht. Die Funktion der Zellkraftwerke, der Mitochondrien steigt an, somit auch die Verbrennung der zugeführten Kalorien, die hauptsächlich aus Fett bestehen, da wie erwähnt gerade die Menge der Enzyme für die Fettoxidation ansteigt. Diese Wirkung, wie auch alle anderen genannten wurden durch zahlreiche Studien belegt. (1,2,3)
Vorallem ist eine Kombination mit genügend Fischöl interessant, denn Fischöl vermag die Wirkung des Sesamin, insbesondere auf die Fettverbrennung noch weiter zu steigern, hinzukommen andere, zahlreiche positive Effekte des Fischöls auf den Stoffwechsel. (4)
Die Hemmung der Fettspeicherung ist jedoch genauso wichtig, insbesondere während in einer Muskelaufbauphase in der mehr Kalorien verzehrt werden müssen, somit kann man sich unerwünschte Fettansammlungen ersparen bzw. diese reduzieren. Sesamin verringert die Menge der fettspeichernden Enzyme. (1,5)
Endomorphe müssen generell sehr vorsichtig mit der Ernährung umgehen, besonders kohlenhydratreiche Mahlzeiten führen bei dieser Personengruppe zu starker Wasser- und Glykogenspeicherung in den Fettzellen, die zu einem aufgeschwemmtem Look führt, auch dies wird durch Sesamin verhindert, da die Nahrungsaufnahme der Fettzellen schwächer ausfällt, man kann sich somit auch ab und zu mal eine Sünde genehmigen ohne gleich dafür mit Formeinbüßen bestraft zu werden.
Insulinsensibilität ist ein weiteres Thema, denn mit einer verschlechterten Insulinsensibilität hat man in der Regel erhöhte Insulinwerte, wobei Insulin die Fettspeicherung über PPAR Gamma aktiviert.
Auf welche Weise wirkt sich Sesamin darauf aus?
Dadurch dass es PPAR Alpha in der Muskulatur aktiviert, werden die intrazellulären Fettspeicher relativ schnell geleert. Fettsäuren die im Muskel gespeichert werden, wirken sich negativ auf die Insulinsensibilität aus, somit wird bei der Entleerung der gespeicherten Fette die Insulinsensibilität verbessert, der Körper speichert weniger Fett in die Fettzellen, Nahrungsumverteilung wird zugunsten der Muskulatur verbessert. (6,7)
Ziemlich einfach und effektiv.
Damit nicht genug, denn Sesamin weist auch antioxidative Eigenschaften auf, die die Menge an freien Radikalen senken. Freie Radikale wirken sich direkt auf die erwähnten Mitochondrien aus, wird ihre Funktion gestört so resultiert dies auch in einem schlechteren Energieumsatz und Kalorienverwertung, dies wirkt sich somit auch auf die Fettverbrennung aus. (8,9)
Dieselbe antioxidative, entzündungshemmende Wirkung trägt weiterhin zu einem leberschützenden Effekt des Sesamin bei. (10,11,12) Eine weitere positive Eigenschaft dieses vielfältigen Mittels, da die Leber durch viele Faktoren angegriffen werden kann, sei es Alkohol oder für Bodybuilder typischen 17aa Steroide. Eine gesunde Leber spielt auch eine sehr wichtige Rolle im Fettstoffwechsel.
Die entzündungshemmende Wirkung wirkt sich weiterhin positiv auf die Fettverbrennung und Einlagerung aus. Erwähnenswert wäre vielleicht, dass Sesamin wahrscheinlich noch über weitere interessante Eigenschaften verfügt, wie es diese Studie zur Wirkung auf die Leukämie zeigt. (13)
Die gesundheitlichen Vorteile die sich durch den Sesaminkonsum ergeben sind einfach unglaublich, die Vielfalt der positiven Wirkungen, insbesondere auf den Fettstoffwechsel ist überwältigend, vor allem wenn man bedenkt, dass man dieses Supplement ganzjährig verwenden kann, damit Fett verbrennen kann, weniger Fett speichert und dennoch statt unerwünschter Nebenwirkungen positive Effekte auf die Gesundheit hat. Vorallem kann jeder, die Studien zu der Wirkung dieses Mittel selbst nachlesen.
Sesamin kann man auch während üblicher Diäten mit anderen Mitteln wie Ephedrin verwenden um die Ergebnisse zu optimieren und um später auch den erzielten Fettanteil zu halten, statt einen Jojoeffekt zu erleben.
IvanDrago
Verwendete Studien
(1) Kushiro M, Masaoka T, Hageshita S, Takahashi Y, Ide T, Sugano M.
Comparative effect of sesamin and episesamin on the activity and gene expression of enzymes in fatty acid oxidation and synthesis in rat liver.
J Nutr Biochem. 2002 May;13(5):289-295.
(2) Mizukuchi A, Umeda-Sawada R, Igarashi O.
Effect of dietary fat level and sesamin on the polyunsaturated fatty acid metabolism in rats.
J Nutr Sci Vitaminol (Tokyo). 2003 Oct;49(5):320-6.
(3) Ashakumary L, Rouyer I, Takahashi Y, Ide T, Fukuda N, Aoyama T, Hashimoto T, Mizugaki M, Sugano M.
Sesamin, a sesame lignan, is a potent inducer of hepatic fatty acid oxidation in the rat.
Metabolism. 1999 Oct;48(10):1303-13.
(4) Ide T, Hong DD, Ranasinghe P, Takahashi Y, Kushiro M, Sugano M.
Interaction of dietary fat types and sesamin on hepatic fatty acid oxidation in rats.
Biochim Biophys Acta. 2004 Jun 1;1682(1-3):80-91.
(5) Ide T, Ashakumary L, Takahashi Y, Kushiro M, Fukuda N, Sugano M.
Sesamin, a sesame lignan, decreases fatty acid synthesis in rat liver accompanying the down-regulation of sterol regulatory element binding Protein-1.
Biochim Biophys Acta. 2001 Nov 30;1534(1):1-13.
(6) Hegarty BD, Furler SM, Ye J, Cooney GJ, Kraegen EW.
The role of intramuscular lipid in insulin resistance.
Acta Physiol Scand. 2003 Aug;178(4):373-83.
(7) Kraegen EW, Cooney GJ, Ye J, Thompson AL.
Triglycerides, fatty acids and insulin resistance--hyperinsulinemia.
Exp Clin Endocrinol Diabetes. 2001;109(4):S516-26.
(8) Lenaz G, Bovina C, Formiggini G, Parenti Castelli G.
Mitochondria, oxidative stress, and antioxidant defences.
Acta Biochim Pol. 1999;46(1):1-21. Review.
(9) Ghafoorunissa, Hemalatha S, Rao MV.
Sesame lignans enhance antioxidant activity of Vitamin E in lipid peroxidation systems.
Mol Cell Biochem. 2004 Jul;262(1-2):195-202.
(10) Utsunomiya T, Shimada M, Rikimaru T, Hasegawa H, Yamashita Y, Hamatsu T, Yamasaki M, Kaku S, Yamada K, Sugimachi K.
Antioxidant and anti-inflammatory effects of a diet supplemented with sesamin on hepatic ischemia-reperfusion injury in rats.
Hepatogastroenterology. 2003 Sep-Oct;50(53):1609-13.
(11) Nakai M, Harada M, Nakahara K, Akimoto K, Shibata H, Miki W, Kiso Y.
Novel antioxidative metabolites in rat liver with ingested sesamin.
J Agric Food Chem. 2003 Mar 12;51(6):1666-70
(12) Akimoto K, Kitagawa Y, Akamatsu T, Hirose N, Sugano M, Shimizu S, Yamada H.
Protective effects of sesamin against liver damage caused by alcohol or carbon tetrachloride in rodents.
Ann Nutr Metab. 1993;37(4):218-24.
(13) Miyahara Y, Komiya T, Katsuzaki H, Imai K, Nakagawa M, Ishi Y, Hibasami H.
Sesamin and episesamin induce apoptosis in human lymphoid leukemia Molt 4B cells.
Int J Mol Med. 2000 Jul;6(1):43-6.
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