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| Verfasst am: FTW @ 09.04.07 | 18:14 |
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Autor: Anonym
Übersetzung: bulkolly
http://www.mesomorphosis.com/articles/anonymous/drug-testing-and-sports.htm
Teil 1
Dies ist der erste Teil einer dreiteiligen Artikelserie. Der erste Teil befasst sich mit den formalen Abläufen der Dopingtests im Sport, wobei ein besonderes Augenmerk auf den internationalen Bereich gelegt wird. Teil zwei setzt die Beschreibung dieser Formalen Prozesse fort und Teil drei geht auf die Taktiken ein, die von Sportlern verwendet werden, um positive Dopingtests zu verhindern.
Dieser Artikel spiegelt die persönlichen angesammelten Erfahrungen des Autors wieder, der bei Dopingtests für eine ganze Reihe von Sportarten involviert war. Zum Zwecke des besseren Verständnisses wird an dieser Stelle auch auf die Geschichte und die Hintergründe zum Thema Dopingtests im Bereich des Sports eingegangen. Natürlich stellt diese Artikelserie weder eine vollständige Historie der Verwendung leistungssteigernder Medikamente noch eine Übersicht aller verwendeten Taktiken dar, da es unwahrscheinlich ist, dass einzelne Person alle Strategien und Substanzen kennt.
In den Fällen, die in der Presse veröffentlicht wurden (z.B. Fernsehen oder Zeitungen), wurden die richtigen Namen der beteiligten Personen angegeben. In anderen Fällen, die nicht bis an die Öffentlichkeit gelangt sind, wurden die Namen verändert oder vollständig ausgelassen. Auch wenn das Arsenal der von Sportlern verwendeten Medikamenten und Substanzen sehr viel größer ist, befasst sich diese Artikelserie hauptsächlich mit der Verwendung anaboler androgener Steroide (AAS).
Der Dopingtest Unsinn
Wenn ich erzählen würde, dass ich an einer Sache beteiligt wäre und bereit wäre eine Million Dollar meines Geldes hierfür auszugeben, würde das nicht nach einem aufrichtigen Bestreben klingen? Nehmen wir nun einmal an, dass man aus zuverlässiger Quelle weiß, dass eine Million für mich nur Peanuts sind, da ich Tonnen von Geld besitze und dass das Projekt, für das ich mich engagiere, auf meiner Finanzierungsliste bezüglich der Summe des ausgegebenen Geldes an letzter Stelle rangiert. Klingt dies dann nach einem Projekt mit hoher Priorität? All dies ist bei Dopingtests der Fall. Im Allgemeinen wahren das internationale olympische Komitee (IOS) und andere Sportvereinigungen in der Öffentlichkeit den schönen Schein, doch in der Realität sind sie mit ihren Anstrengungen bezüglich Dopingtests nicht wirklich aufrichtig. Die Ereignisse aus der Geschichte des Sports zeigen seit der Einführung von Dopingtests eine sich wiederholende Reihenfolge von Ereignissen: Sportler verwenden leistungssteigernde Medikamente, die Sportorganisationen entwickeln Tests für diese Substanzen, Sportler tricksen diese Tests aus, die Sportorganisationen entwickeln neue Tests, welche dann wieder von Sportlern überwunden werden usw. usw.. Ich glaube, es ist klar, auf was ich hinaus will. Immer, wenn ein neuer Test entwickelt wird, veröffentlichen die verantwortlichen Offiziellen in den Medien Statements darüber, wie empfindlich und genau diese neue Testmethode ist. Der entsprechende neue Dopingtest wird eingeführt und ein kleiner Prozentsatz von Sportlern wird positiv auf diese verbotene Substanz getestet. Die Offiziellen des Sports verkünden anschließend vollmundig, dass die Verwendung illegaler Substanzen abnimmt. Dies klingt schon fast komisch, wenn man sich all die Daten anschaut, die zeigen, dass Sportler auf Junior High School, High School, Amateur und Profi Ebene Steroide und andere leistungssteigernde Medikamente einsetzen. Gleichzeitig wollen uns das IOC und andere Organisationen jedoch weismachen, dass man in diesem Bereich erfolgreich aufräumt, was an der niedrigen Anzahl positiver Dopingtests fest gemacht wird. Wenn man sich alle verfügbaren Daten anschaut, die zeigen, wie weit verbreitet die Verwendung verbotener leistungssteigernder Substanzen im Bereich des Sports ist, bin zumindest ich der Meinung, dass die geringe Anzahl positiver Dopingtests nur zeigt, wie inadäquat die heute zutage verwendeten Testmethoden sind.
Verbotene und in ihrer Verwendung eingeschränkte Kategorien von Medikamenten und Substanzen
Verbotene und in ihrer Verwendung eingeschränkte Substanzen werden in drei Kategorien eingeteilt:
1. Kurzfristig oder sofort wirkende Stimulanzien und Betablocker
2. anabole Wirkstoffe
3. Maskierende Substanzen, welche die Verwendung von Substanzen der ersten beiden Kategorien verschleiern
Stimulanzien und Betablocker beeinflussen die sportliche Leistungsfähigkeit im Allgemeinen nur dann, wenn sie direkt vor dem sportlichen Wettkampf eingenommen werden. Dopingtests für diese Kategorie von Substanzen werden als sehr effektiv angesehen. Basierend auf den Daten bezüglich der Ergebnisse von Dopingtests kann man davon ausgehen, dass die Verwendung dieser Kategorie von Substanzen aus dem Hochleistungssport nahezu vollständig beseitigt wurde, da diese Substanzen zu leicht nachgewiesen werden können.
Die Anwendung anaboler Substanzen muss über einen mehrere Wochen andauernden Zeitraum erfolgen, um die gewünschten Resultate zu erbringen. Aus diesem Grund werden diese Substanzen auch als Trainingsdrogen bezeichnet. Der Nachweis dieser Trainingsdrogen ist von Natur aus viel schwerer zu erbringen, da die Verwendung dieser Substanzen rechtzeitig vor einem angekündigten oder erwarteten Dopingtest ausgesetzt werden kann, so dass dieser Test zu einem negativen Ergebnis führt.
Maskierende Substanzen sind Chemikalien, welche die Nachweisbarkeit anderer Substanzen beeinflussen. Einige Beispiele für maskierende Substanzen sind Diuretika, Probenecid und Epitestosteron. Diese Substanzen sind nur zum Zeitpunkt des Tests wirkungsvoll und sind, mit Ausnahme von Epitestosteron, relativ leicht nachweisbar.
Anabole-Androgene Steroide (AAS)
Von allen bekannten illegalen Substanzen, die von Sportlern verwendet werden, wurden anabole androgene Steroide (AAS) wahrscheinlich am häufigsten in der Presse und Literatur erwähnt. Die Verwendung dieser Substanzen wird mit vielen in der Literatur beschriebenen Nebenwirkungen in Verbindung gebracht. Berichte über klinische Studien erregen das Interesse der Medien, welche im Allgemeinen bei den beobachteten Nebenwirkungen stark übertreiben. Die klinische Literatur berichtet von Nebenwirkungen, welche psychologische und psychische Störungen, Risse des Muskel-Sehnen Überganges, Gynäkomastie, Unfruchtbarkeit, Cholestase, Hauterkrankungen, erhöhtem Blutdruck, Schlaganfällen, und Herzinfarkte umfassen. Diese negativen Konsequenzen bezüglich der Gesundheit schrecken in der Praxis jedoch selten von der Verwendung anaboler Steroide ab, da der Drang nach sportlichen Erfolgen größer ist als gesundheitliche Bedenken.
Heute zu Tage stehen mehr als 100 verschiedene ASS zur Verfügung. Diese Substanzen können entweder oral, sublingual, als Injektion oder transdermal verabreicht werden. Die grundlegenden Chemischen Strukturen wurden zum Teil so verändert, dass die anabole Wirkung verstärkt und die androgene Wirkung reduziert ist. Die anabole Wirkung anaboler Steroide führt zu einem verstärkten Muskelaufbau, die androgene Wirkung steigert die Aggressivität, was dazu führt, dass man härter trainieren kann
Ursprünglich wurde angenommen, dass nur Kraftsportler, Bodybuilder und Gewichtheber AAS verwenden. Die Hinweise darauf, dass Ausdauersportler AAS als Trainingshilfe zur Verbesserung der Regeneration nach intensivem hochvolumigen Training verwenden, verdichteten sich jedoch mit der Zeit. Diese Vermutungen wurden später durch den positiven Dopingtest einer chinesischen Langstreckenläuferin auf DHT, einem Androgen mit kurzer Halbwertszeit im Blut, bestätigt. Dies hat einige Forscher dazu bewegt folgende Frage zu stellen: Wenn Mediziner und andere Wissenschaftler aus dem Gesundheitsbereich immer wieder behauptet haben und weiter behaupten, dass Steroide die sportliche Leistungsfähigkeit nicht verbessern, warum werden dann Sportler auf die Einnahme von Steroiden hin getestet? Wenn Steroide wirken, warum erzählt man Sportlern dann, dass sie nicht wirken? Die Wahrheit ist schlicht und ergreifend, dass frühe Studien mit Steroiden nur sehr geringe Dosierungen verwendeten. Die Aussage, dass Steroide nicht leistungssteigernd wirken, beruht auf den Ergebnissen dieser frühen Studien, welche zu falscher Schlussfolgerungen geführt haben. Die zutreffendere Schlussfolgerung ist die, dass bestimmte Substanzen keine anabole Wirkung zeigen, wenn sie in der getesteten Dosierung verabreicht werden. Die aktuellste Veröffentlichung zum Thema Steroide im New England Journal of Medicine deutet eindeutig darauf hin, dass AAS leistungssteigernd wirken und, auch wenn die meisten Experten dies verneinen, den Muskelaufbau selbst dann stimulieren, wenn kein Training mit Gewichten durchgeführt wird. Ganz offensichtlich verstärkt jedoch das Training mit Gewichten das Potential anaboler Steroide im Bezug auf Muskel- und Kraftzuwächse
Ein grundlegender Überblick über Dopingtest
Pro Jahr werden weltweit über 100.000 Dopingtests durchgeführt, was Kosten von über 30 Millionen Dollar verursacht. Die Dopingtests sind so gestaltet, dass sie einerseits die Verwendung verbotener leistungssteigernder Substanzen durch an sportlichen Wettkämpfen teilnehmende Sportler entdecken und andererseits von deren Anwendung abschrecken sollen. Die Testprozeduren für Dopingtests sind sehr strikt und werden manchmal auch als unfair angesehen. Sie werden deshalb als unfair angesehen, da der Sportler selbst dafür verantwortlich ist zu wissen, was verboten ist und was nicht, ungeachtet der Tatsache, dass die Liste der verbotenen Substanzen fast täglich erweitert wird. Dies hat Wissenschaftler dazu bewegt, Sportlern zu empfehlen alle Medikamente und Substanzen zu meiden, die nicht in der Liste erlaubter Substanzen aufgeführt sind. Das IOC hat beschlossen, dass Dopingtest eine Bestätigung durch Gaschromatographie oder einen Massenspektographen benötigen, wodurch unterschiedliche chemische Eigenschaften einer verwendeten Substanz ähnlich einem Fingerabdruck nachwiesen werden können. Zusätzlich hierzu verlangte das IOC von allen Teilnehmern der Olympischen Spiele in Atlanta im Jahre 1996 eine schriftliche Erklärung, mit der sich die Sportler dazu verpflichten mussten, im Falle eines positiven Dopingtests von allen über die Anrufung des Schiedsgericht hinaus gehenden Aktionen Abstand zu nehmen.
Das Timing von Dopingtests
Wenn Sportler im Voraus wissen, wann ein Dopingtest durchgeführt wird, können sie sich auf diesen vorbereiten und einem positiven Befund auf leistungssteigernde und/oder maskierende Substanzen verhindern. Ganzjährige durchgeführte kurzfristig oder überhaupt nicht angekündigte Tests sind für die Einschränkung der Verwendung von verbotenen leistungssteigernden Substanzen während der Trainingsphase weitaus effektiver, da sie dem Sportler bewusst machen, dass zu jeder Zeit das Risiko für einen Test besteht. Die Sportorganisationen haben vor kurzem damit angefangen in diese Art von Dopingtests zu investieren, auch wenn dies die Kosten steigert und die Durchführung schwierig ist. Einige Länder behaupten sogar, dass sie Tests ohne Vorankündigung erreicht haben. Die IAAF und die internationalen Verbände für Schwimmsport und Gewichtheben führen das ganze Jahr über Tests mit kurzfristiger Ankündigung durch. In Amerika führen der NCAA und die National Football League (NFL) Testprogramme mit kurzfristig (1 bis 2 Tage vorher) angekündigten Dopingtests durch und das United States Olympic Committee (USOC) hat der Einführung eines Testprogramms völlig ohne Vorankündigungen zugestimmt.
Das Erlangen einer Urinprobe
Die Prozedur eines Dopingtests beginnt mit der Abgabe einer Urinprobe. Auch wenn dies auf den ersten Blick recht einfach klingt, leitet dies eine formelle und hoch regulierte Prozedur ein, die sicherstellen soll, dass die Probe, die schließlich im Labor eintrifft, auch von dem Sportler stammt, von dem sie stammen soll, ohne dass irgendwelche Möglichkeiten bestehen, dass manipuliert werden kann.
Warum wird Urin verwendet und nicht etwa Blut oder Gewebeproben? Hierfür gibt es mehrere Gründe. Die Entnahme von Blut bedarf medizinischen Personals, was die Kosten steigern würde. Andere Substanzen als Urin oder Blut könnten eventuell nicht unter allen Umständen verlässliche Analyseergebnisse liefern.
Sobald ein Sportler für einen Dopingtest ausgewählt wurde, wird er von einem Offiziellen seiner Sportorganisation informiert und muss eine Bestätigung für diese Informierung unterschreiben. Der Sportler kann, muss jedoch nicht, von einem Offiziellen begleitet werden und muss sich innerhalb der geforderten Zeitspanne in der entsprechenden Teststation einfinden. Diese Teststation sollte eine private gemütliche Örtlichkeit sein, wo ausreichend Getränke zur Verfügung stehen. Oftmals ist diese Teststation auch eine speziell ausgestatteten mobile Teststation.
Unabhängige Bevollmächtigte, die von der entsprechenden Organisation ausgewählt und geschult wurden, überwachen die Abgabe der Urinprobe. Jeder dieser Bevollmächtigten trägt einen zeitlich befristeten Ausweis und ein Bevollmächtigungsschreiben für das Ereignis, zu dem er tätig ist, mit sich.
Bevor der Sportler seine Urinprobe abgibt, muss er zwei nummerierte Flaschen auswählen. Nach der Abgabe der geforderten Urinmenge (etwa 100 ml), muss der Sportler ein Formular mit freiwilligen Angaben ausfüllen. In diesem Formular werden alle in den letzten sieben Tagen eingenommenen Medikamente eingetragen und der Sportler bestätigt gleichzeitig, dass die Probe korrekt abgegeben und in die Probeflaschen abgefüllt wurde. Die Urinprobe wird anschließend an das vom IOC ausgewählte Labor geschickt. Im Falle eines positiven Testergebnisses informiert das Labor die entsprechende Sportorganisation, welche ihrerseits den betroffenen Sportler informiert. Die Regeln der unterschiedlichen Sportorganisationen legen fest, was als nächstes geschieht. Diese Regeln variieren zwischen unterschiedlichen Organisationen, Sportarten und Ländern. In der Regel wird ein Sportler so lange von allen Wettkämpfen ausgeschlossen, bis alle Untersuchungen abgeschlossen sind. Der betroffene Sportler hat jedoch das Recht auf eine zweite Analyse seiner Urinprobe. Diese zweite Analyse kann auf Wunsch vom Athleten selbst oder einem Vertreter überwacht werden. Hierauf folgt eine Anhörung, bei der der Fall dieses Sportlers erörtert wird. Ein Einspruch kann erhoben werden und es gab in der Vergangenheit sowohl in den Vereinigten Staaten als auch in anderen Ländern erfolgreiche Einsprüche.
Die beschriebene Testprozedur muss strikt eingehalten werden, so dass alle Sportler dieselbe Behandlung erfahren. Die Abgabe der Urinprobe muss überwacht werden, da sonst ein gedopter Sportler die Probe manipulieren könnte, um ein negatives Testergebnis zu erzielen. Volumen, PH Wert und in einigen Fällen spezifisches Gewicht und Temperatur der Probe werden sofort getestet. Mit diesen einfachen Tests wird überprüft, ob einer der bekannten Manipulationsversuche stattgefunden haben könnte. Der PH Wert des Urins wird überprüft, um Versuche der Manipulation der Natur der Probe, welche die Analyse auf bestimmte Stoffe und deren Metabolite beeinflussen kann, festzustellen. Natriumbicarbonat kann z.B. oral eingenommen werden, um den PH Wert der Urinprobe zu verändern. Der PH Wert wird auch deshalb bestimmt, um zu garantieren, dass sich der Grad der Zersetzung der Urinprobe zum Zeitpunkt der Analyse im Labor innerhalb des akzeptablen Bereichs befindet. Das spezifische Gewicht wird bestimmt, um Versuche der Verdünnung der Konzentration bestimmter Substanzen festzustellen, wie sie durch die Einnahme von Diuretika erreicht werden kann.
Um sicherzustellen, dass die Probe auch wirklich vom zu testenden Sportler stammt, muss der Bevollmächtigte dazu in der Lage sein, den Fluss des Urins vom Sportler in die Flasche zu sehen. Männliche Sportler missen sich bis zur Hüfte freimachen und ihre Unterhose bis zu den Knien herablassen. Auch weibliche Sportler müssen bei der Abgabe der Probe genau überwacht werden. Diese Prozedur kann sehr peinlich, unangenehm und demütigend sein. Für einen jungen Sportler kann die Abgabe einer Urinprobe unter den beschriebenen Umständen ein traumatisierendes Erlebnis sein. Viele Menschen fühlen sich unabhängig von ihrem Alter unangenehm berührt, wenn sie bei der Abgabe einer Urinprobe beobachtet werden. Die Situation wird weiter verkompliziert, wenn ein Sportler nach einem Wettkampf stark dehydriert ist oder in einer bestimmten Gewichtsklasse antreten möchte und aus diesem Grunde auf eine exzessive Flüssigkeitszufuhr lieber verzichten will.
Mindestens 75 ml Urin müssen unter genauer Überwachung abgegeben werden. Der Urin wird dann in zwei Portionen als „A“ und „B“ Probe aufgeteilt. Der Sportler hat wie anfangs erwähnt die Flaschen selbst ausgewählt und versiegelt diese auch selbst nach Aufteilung der Probe. In den meisten Fällen führt der Sportler den gesamten Vorgang bis zur Versiegelung selbst durch und erst danach gelangt die Urinprobe in die Hände des Bevollmächtigten. Die Flaschen werden mit manipulationssicheren Streifen versiegelt, in andere versiegelte Behälter verpackt, in manipulationssicherer Versiegelung eingewickelt und anschließend mit einem Code versehen. Der unabhängige Bevollmächtigte überwacht die gesamte Prozedur und dokumentiert alle wichtigen Informationen. Dies initiiert eine Dokumentationskette, die von jedem, der mit dieser Probe zu tun hat, weitergeführt wird, bis die Probe im Labor untersucht oder vernichtet wird. Die Angestellten des Untersuchungslabors kennen den Namen des Sportlers, von dem die Probe stammt, nicht und sehen nur die Identifikationsnummer auf der Flasche. Jeder, der diese Urinprobe handhabt, muss sich der Wichtigkeit der genauen Kette von Abläufen und deren Einhaltung bewusst sein. Diese Kette von Abläufen garantiert, dass die Probe korrekt behandelt wird und die Probe vom richtigen Sportler stammt.
Die Frage nach der Möglichkeit zur Sabotierung der Urinprobe wurde schon oft von Sportlern aufgeworfen. Aus diesem Grund sollte auch der Sportler zu seiner eigenen Sicherheit darauf achten, dass die genaue Testprozedur strikt eingehalten wird. Die Probe muss im richtigen Behälter versandt werden und die gesamte Dokumentation muss korrekt und ohne Fehler ausgefüllt sein. Hiernach ist der Sportler nicht länger an diesem Prozess beteiligt und muss sich auf die Integrität und Sorgfalt des Systems verlassen. Die Probe wird anschließend per Kurier, zusammen mit den benötigten Dokumenten, an das beauftrage Labor gesandt.
Auch wenn dieses Testprotokoll übertrieben erscheint und die Privatsphäre des getesteten Sportlers verletzt, gibt es doch viele wichtige Gründe für die Art dieser Abläufe. Es gibt viele Berichte über Sportler, die mit Hilfe von geschickt arrangierten Kathedern falsche Proben abgegeben haben oder mit Urin gefüllte Kondome mit in die Teststation gebracht haben. Es soll sogar schon vorgekommen sein, dass Sportler fremdes Urin mit Hilfe eines Katheders in ihre eigene Blase eingeleitet haben. Wenn ein Sportler so weit geht, um einen positiven Test zu erreichen, muss das Testprotokoll strikt sein.
Auf Eliteebene sind Sportler das ganze Jahr über zufälligen Dopingtests ausgesetzt. Zu jeder Zeit kann ein unabhängiger Bevollmächtigter unangemeldet vorbei kommen und eine Urinprobe verlangen. Was auf dem Papier recht einfach klingt bringt in der Realität einige Probleme mit sich. Sportler reisen regelmäßig um die ganze Welt und es kann somit schwer werden, einen bestimmten Sportler zu finden. Wenn ein unabhängiger Bevollmächtigter erst herumfragen muss, bevor er einen Sportler findet, ist es unwahrscheinlich, dass der Test wirklich überraschend kommt.
Lagerung der Probe
Die richtige Lagerung der Urinprobe ist wichtig für die Zuverlässigkeit des eigentlichen Tests. Nachdem die Probe abgegeben wurde, muss diese geschützt werden, um zu gewährleisten, dass die Probe, wenn sie schließlich im Labor untersucht wird, die selbe Zusammenstellung besitzt, wie zu dem Zeitpunkt, als sie den Körper der zu testenden Person verlassen hat. Die Urinprobe wird nach den Richtlinien der Dopingkontrollen nicht gekühlt oder eingefroren, bis sie das Labor erreicht. In einer klinischen Umgebung wird alles getan, um sicherzustellen, dass die getestete Probe so nahe wie möglich an dem Zustand ist, in dem sie den Körper verlassen hat. Dies wird entweder durch die Zugabe von Konservierungsstoffen oder aber in den meisten Fällen durch ein Einfrieren der Probe erreicht. Aufgrund weltweiter Dopingtests werden Proben über die ganze Welt geschickt und treffen teilweise erst Tage später im Labor ein.
Während das Kühlen oder Einfrieren der Probe die übliche Praxis in einer klinischen Situation ist, sollte an dieser Stelle angemerkt werden, dass dies im Bereich des Sports definitiv nicht der Fall ist. Die Zugabe von Chemikalien, welche das Wachstum von Bakterien in Urin verhindern kann die Probe konservieren und ist wahrscheinlich die praktischere Alternative. Sportler betrachten diese Methode jedoch mit einiger Skepsis und glauben, dass diese eine Möglichkeit zur Manipulation der Probe darstellt. Aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen deuten jedoch darauf hin, dass diese Ängste fehl am Platz sind. Urin enthält tausende unterschiedlicher Bakterien unterschiedlichster Arten. Dies ist bei sexuell aktiven Frauen noch weit ausgeprägter. Urin weiblicher Sportler enthält Zellen und Mikroorganismen aus den inneren Organen, welche über den Schweiß in die Vagina gelangen. Viele Bakterien sind allgegenwärtig und überleben selbst im Leitungswasser. Wenn dieses Wasser verwendet wurde um eine der Flaschen für die Proben auszuwaschen, dann können auf diese Art und Weise weitere Mikroorganismen in die Probe gelangen. Bakterien in einem Behälter, in den Urin eingefüllt wird, entwickeln sch in einem solchen Medium, welches ungleich nährstoffreicher als das Wasser ist, in dem sie überlebt haben, prächtig. Viele Bestandteile des Urins fördern das Wachstum solcher Bakterien und deren Stoffwechsel stellt ein ernsthaftes Problem bei Dopingtest dar, da hierdurch das Testergebnis verfälscht werden könnte. In diesem Zusammenhang sei erwähnt, dass Urin unterschiedliche Steroide enthält, welche von bakteriellen Enzymen in dem Maße verändert werden können, dass Testosteron im Urin gebildet werden kann. Aufgrund der Steroidkonzentration im Urin kann selbst eine niedrige Konvertierungsrate von Steroiden zu Testosteron zu einem ausreichend hohen Testosteronlevel führen, der dann das Testergebnis verfälschen könnte. Somit sollten Sportler mehr darüber besorgt sein, dass keine Konservierungsstoffe zum Urin hinzugefügt werden könnten als umgekehrt.
Laborprotokolle
Laboratorien müssen hohe Standards einhalten, um den Respekt der Sportgemeinschaft zu erhalten. Im Falle eines Einspruchs gegen ein positives Testergebnis müssen Daten und Prozeduren wissenschaftlichen und juristischen Überprüfungen standhalten. Dies macht eine akkurate und vollständige Präsentation der Ergebnisse notwendig. Anerkannte Laboratorien, welche Dopingtests durchführen, können Proben im Rahmen eines Qualitätskontrollprogramms austauschen, um eine Bestätigung für ihre Testergebnisse zu erhalten. Wenn ein Labor zu einem Ergebnis kommt, das nicht mit dem anderer Laboratorien übereinstimmt, fällt dieses bei der Qualitätskontrolle durch und kann seine Akkreditierung verlieren. Diese Qualitätskontrolltests werden in der Regel nicht veröffentlicht, doch Experten sind der Meinung, dass diese für alle beteiligten Parteien zugänglich sein sollten, insbesondere, wenn diese im Zusammenhang mit juristischen Auseinandersetzungen stehen. Beispiele für solche Qualitätskontrollen umfassen Urin- oder Wasserprobe, zu welchen verbotene Substanzen hinzugefügt wurden. Zusätzlich hierzu müssen auch Proben von Personen getestet werden, die verbotene Substanzen verwendet haben. Der Grund für diese beiden Prozeduren ist, dass sich Substanzen in Urinproben, die nach einer Einnahme dieser Substanzen abgegeben wurden, anders verhalten können. Diese Prozedur und die sachgemäße Verwendung von Referenzpräparaten sind wichtig für die Interpretation der Ergebnisse eines Dopingtests.
Teil 2/3 in Kürze!
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