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Alles Wissenswerte zur ersten Kur
Verfasst am: FTW @ 11.09.06 | 18:17  
Dieser Text ist eine Kurzfassung für Neulinge und kein detaliertes Steroidprofil, eher eine Art Crashkurs bzw. FAQ zu den üblichen Anfängerfragen, er kann und wird von Zeit zu Zeit ergänzt werden. Vorschläge sind natürlich willkommen.

Stellt man die Frage bezüglich der ersten Kur, so darf man sich häufig eher enttäuschende Antworten seitens der Steroidanwender anhören, die meisten gehen meistens eher fahrlässig mit gewissen Mitteln um, einfach aufgrund fehlender Kenntnisse in diesem Bereich. Hinzu kommt der Faktor "Verfügbarkeit", oft kommen daher orale Steroide zur Anwendung, die dem Unerfahrenen von seinem "Händler" empfohlen werden.

Thais, Naposim, D-Bols, Dianabol auch ironisch bezeichnet als "the breakfast of champions" ist wohl das Steroid, das in der Regel gerne von Anfängern benutzt wird, gut verfügbar ist und durch die orale Einnahme dem Neuling die gefürchteten Spritzen erspart. D-Bol ist jedoch gerade für diese Anwender nicht empfehlenswert und sollte gemieden werden, die Gründe hierfür:

- Der Wirkstoff Methandrostenolon/Methandienon (D-Bol) ist 17alpha alkyliert, eine Methylgruppe an der 17en Position des Steroidmoleküls ermöglicht dem Wirkstoff die orale Verfügbarkeit, d.h. einen Schutz beim First-Pass in der Leber, dies jedoch wirkt sich einerseits toxisch auf die Leber aus und andererseits auch negativ auf die Cholesterinwerte, diese Eigenschaft wurde bisher immer als die schlimmste bezeichnet, meiner Meinung nach lässt sich der Effekt auf die Leber teilweise durch gewisse Mittel, auf die ich später eingehen werde vermindern, andere Nebenwirkungen die durch dieses Mittel verursacht werden, sollte man näher ins Licht rücken

- Meth. genauso wie so einige andere Steroide wird durch das Enzym Aromatase zu einer sehr potenten Form des Östrogens umgewandelt, dies ist auf die schon erwähnte 17aa Gruppe zurückzuführen, diese verleiht dem Methylöstradiol eine hohe Wirksamkeit, interessanterweise aromatisiert Methandrostenolon nur schwach zu dieser Östrogenform, dies macht es gerade so tückisch, denn man braucht keine enormen Mengen an Aromatase um dies zu bewerkstelligen, Erfahrungswerte zeigen uns auch, dass sich östrogenbedingte Nebenwirkungen mit diesem Steroid dadurch nicht einfach durch hohe Mengen Zink abschwächen lassen, wenn dann müssten eher starke Aromatasehemmer verwendet werden, kurzgefasst: östrogenbedingte Nebenwirkungen sind mit Meth. sehr oft vorhanden, die meisten Anwender klagen über Brustreizung, Knoten in den Brustwarzen bzw. Gynekomastie und starke Wassereinlagerung.
Eine Gynekomastie muss in der Regel operativ entfernt werden, daher sollte man sich genau überlegen ob man dies riskieren möchte

- Meth. wird zwar nur in Spuren durch das 5alphareduktase (5AR) Enzym zu seiner Dihydrovariante konvertiert, dies ist jedoch nicht notwendig um typische androgenbedingte Nebenwirkungen hervorzurufen, sprich: Haarausfall, fettige Haut, Akne, Haarwuchs, Prostatabeschwerden.
Vorallem den Haarausfall kann man hierbei nicht wie beim Testosteron, durch den Einsatz von 5AR Hemmern wie Finasterid (Proscar/Propecia) aufhalten, generell ist die Anwendung dieser Mittel nur beim Testosteron wirklich von Relevanz.
Meth. bindet direkt an Rezeptoren in der Haut oder den Haarfolikeln und kann somit ziemlich unästhetische Veränderungen hervorrufen.

- Meth. mag zwar zu einer raschen Gewichts- und Kraftsteigerung führen, diese ist jedoch zum großen Teil auf die starke Wassereinlagerung zurückzuführen, diese kann man selbstverständlich nachdem man das Mittel abgesetzt hat nicht halten, die erzielten "Erfolge" verflüchtigen sich daher recht schnell, ob das Risiko der möglichen Nebenwirkungen sich hierfür lohnt, ist mehr als fraglich.

Ein weiteres Steroid, das gerne aufgrund von Mythen gerne verwendet wird ist Winstrol/Stanazolol. Es kann sowohl oral eingenommen als auch injiziert werden.
Es handelt sich hierbei auch um ein 17aa Steroid und ein DHT (Dihydrotestosteron) Derivat.

- Stanazolol verursacht starken Haarausfall bei den dazu prädesponierten Verwendern

- Stanazolol verbrennt kein Fett, es führt lediglich bei einem sehr geringen Fettanteil zu einem härteren Look

- Stanazolol führt bei vielen Anwendern zu Gelenk- Sehnenproblemen

- Die lebertoxische Wirkung lässt sich abschwächen, wesentlich wichtiger ist die Auswirkung auf die Cholesterinwerte, diese ist es letztendlich, die dieses Steroid absolut nicht empfehlenswert für Anfänger als auch fortgeschrittene Steroidverwender macht. Eine Verschlechterung der Cholesterinwerte ist generell beim Steroideinsatz nicht oder schwer zu vermeiden und fällt von Steroid zu Steroid unterschiedlich stark aus. Stanazolol jedoch nimmt hierbei eine Sonderstellung ein, es wirkt sich regelrecht katastrophal auf die Cholesterinwerte aus, das "gute" HDL wird stark reduziert während das "schlechte" LDL wiederrum stark erhöht wird, selbst nach dem Absetzen dauert es lange bis sich diese stabilisieren.
Die Cholesterinwerte mögen für die meisten auf den ersten Blick nicht von Relevanz sein, ein solches Profil führt jedoch zu vermehrten Ablagerungen an den Gefässwänden, dies dann zu einer Arteriosklerose und diese zu Herzinfarkten und Schlaganfällen. Ich denke das sollte jetzt relevanter klingen.

Die Weiterführung einer solchen not-to-do Liste könnte ganze Seiten sprengen, daher beschäftigen wir uns nun mal lieber mit einer üblichen Anfängerkur und deren Gestaltung. An erster Stelle steht hierbei ganz klar das injizierbare Testosteron. Wieso gerade dieses Steroid?
Die Antwort ist simpel, Testosteron ist ein im menschlichen Körper natürlich vorkommendes Hormon, d.h. die Erfahrungswerte, Studien und generell med. Material mit diesem Steroid überragen alle anderen bei weitem, die östrogen- und androgenbedingten Nebenwirkungen lassen sich durch Kenntnisse der Metaboliten und der an der Verstoffwechslung beteiligten Enzyme relativ leicht eindämmen, auch weil Testosteron wichtige Funktionen im (vorallem männlichen) Körper erfüllt, die meistens durch andere, vom Menschen entworfenen Steroide nicht genauso erfüllt werden können.
Es gibt eine Fülle an verschiedenen Testosteronprodukten, dabei ist das Testosteron an unterschiedliche Ester gebunden, die bekanntesten sind dabei das Testosteronenantat und Testosteronpropionat. Das Ester wirkt sich auf die Halbwertzeit (HWZ) aus und dadurch auch auf die Injektionsintervalle. Kommt man mit dem Testosteronenantat als Anfänger mit 1-2 Injektionen wöchentlich aus, so wird das Propionat alle 2 Tage bzw. EOD (EOD=every other day) injiziert, ja von manchen sogar täglich.

Für einen Anfänger empfiehlt sich beim Testosteronenantat eine Dosis von 250mg alle 5 Tage (E5D), beim Testosteronpropionat bei 50-100mg EOD.
Die Kurdauer sollte zwischen 12 und 16 Wochen bemessen werden.
100mg Zink täglich reichen in der Regel aus um östrogenbedingten Nebenwirkungen vorzubeugen, bei Bedarf kann auf 150mg erhöht werden, dabei sollte man die tatsächliche, reine Zinkmenge beachten, denn Zink wird immer in gebundener Form verabreicht, dies kann zu irreführenden Angaben führen.
Aromatasehemmer wie Arimidex, Femara und Aromasin sind bei diesem Dosisbereich nicht notwendig.

Anwender mit der Veranlagung zu androgenbedingtem Haarausfall (androgene Alopezie) sollten während der Kur Finasterid verwenden. Hierfür eignet sich die preisgünstigere Alternative zu Propecia (1mg Fin.), Proscar enthält 5mg Finasterid und kann mit einem Tablettenteiler in 4 Stückchen zu je 1,25mg geteilt werden.
Üblich ist die Dosis von 1-1,25mg/T, während einer Testosteronkur kann man diese auf 2-2,5mg/T erhöhen, in dem Fall sollte man die Gabe auf 2x täglich verteilen, ungefähr in einem Abstand von 7-10 h, die HWZ des Finasterid beträgt 7h. Finasterid ist verschreibungspflichtig, jedoch ist das Rezept leicht erhältlich.

Gegen Haarausfall ist ausserdem das in der Apotheke frei erhältliche Ketoconazol Shampoo von Stada zu empfehlen, ein Artikel hierzu ist im Archiv.
Ebenso der Androgenantagonist Eucapil mit dem Wirkstoff Fluridil, dieser wird lokal aufgetragen und verhindert das Andocken von Androgenen an die Androgenrezeptoren der Haarfolikel. Schwerer erhältlich dagegen sind Gels mit dem Wirkstoff Spironolacton, eigentlich handelt es sich hierbei um ein Diuretikum, das jedoch auch als ein Androgenantagonist wirksam ist, dies wird auch nur lokal an der Kopfhaut angwendet, auf keinen Fall oral.
Der Vorteil bei den lokal wirksamen Mitteln ist, dass man diese bei sämtlichen Steroiden anwenden kann, insbesondere da wo Finasterid keine Wirkung zeigt.

Eine Testosteronkur ist leicht abzusetzen, die bevorzugten Mittel hierbei sind Clomid (Clomifencitrat) und Nolvadex (Tamoxifencitrat).
Im Falle des Testosteronenantat werden diese Medikamente in der Regel 2 Wochen nach der letzten Injektion eingesetzt, beim Testosteronpropionat kann man schon 2 Tage nach der letzten Injektion die Absetzphase einleiten. Es empfiehlt sich die genannten Mittel mindestens 4 Wochen einzusetzen, wobei ich auf einige Studien gestützt, eher zu 6 Wochen neigen würde.

Clomid
1. Tag 200mg
ab dem 2. Tag bis zum Ende der Absetzphase 50mg/T

Nolvadex
1. Woche 40mg
ab 2. Woche bis zum Ende der Absetzphase 20mg/T

Absetzen mit HCG ist für Anfänger nicht notwendig, da diese in der Regel Steroidkuren mit Testosteron anstreben sollten. Wird jedoch Nandrolon oder Trenbolon eingesetzt, also Steroide die über ihre gestagenen Eigenschaften die Achse stark hemmen indem sie die LH Rezeptoren im Hoden stark runterregeln, sollte man den Einsatz von HCG miteinplanen.
Hierbei empfiehlt es sich am Anfang der Absetzphase (Ester beachten, siehe oben) 500 I.U. (nicht mit 5.000 verwechseln) jeden oder
jeden 2. Tag zu verwenden, am besten mit einer Insulinspritze/Kanüle subkutan, also unter die Haut injizieren, dazu das Absetzschema mit Nolvadex.
Nolvadex sollte immer mit HCG kombiniert werden, da Tamoxifen die Progesteronproduktion im Hoden drosselt, die wiederrum durch LH/HCG hervorgerufen wird.

1.Woche Nolvadex 40mg/T 500I.U. HCG ED oder EOD
2.Woche Nolvadex 20mg/T 500I.U. HCG ED oder EOD
3.Woche Nolvadex 20mg/T
usw.


Obwohl Testosteron am besten für die erste Kur geeignet ist, gibt es trotzdem Ausnahmen, die auf Injektionen verzichten wollen, es bleibt manchen, unteranderem mir selbst weiterhin ein Rätsel wie jemand bereit sein kann in sein Hormonsystem einzugreifen, Nebenwirkungen zu riskieren und trotzdem Angst vor Spritzen haben kann.
Nun es gibt auch einige recht gute orale Steroide, an 1. Stelle sei da Oxandrolon erwähnt. Oxandrolon ist zwar 17aa, jedoch ist es kaum leberbelastend und ermöglicht sogar Kuren bishin zu 12 Wochen bei einem Dosisbereich zwischen 30mg und 50mg täglich, wobei man die Dosis auf 2 Gaben verteilen sollte, die HWZ beträgt 9 Std.
Man sollte nicht zuviel von einer Oxandrolonkur erwarten, insbesondere keine explosiven Zuwächse, über 12 Wochen bei 50mg/T kann man jedoch als Anfänger solide Muskelzuwächse erzielen. Obwohl es ein DHT-Derivat ist, ruft Oxandrolon kaum androgenbedingte Nebenwirkungen hervor, östrogenbedingte NWs sind aufgrund nicht vorhanden. Absetzphase kann schon 1 Tag nach Kurende eingeleitet werden.
Ein ausführliches Steroidprofil zum Oxandrolon befindet im Steroid-Profil Archiv.

Orale Designersteroide, die teilweise "frei" erhältlich sind, stellen zwar eine Alternative dar, jedoch muss klar gesagt werden, dass diese relativ gesehen, erst seit kurzer Zeit verfügbar sind, somit fehlen Studienmaterial und längere Erfahrungswerte mit diesen, manche von ihnen, wie das M1T Methyl-1-Testosteron sind mit Vorsicht zu genießen, da es sich teilweise um sehr potente Steroide handelt.

Zu Steroiden mit 17aa sollte stets N-Acetyl-Cystein auch bekannt als NAC oder ACC Akut aus der Apotheke eingesetzt werden, NAC hat sich in vielen Studien als sehr wirksamer Leber- ja sogar Nierenschutz erwiesen, eine Dosis von 1200mg täglich sollte ausreichend sein, ausserdem wirkt sich NAC positiv auf die Cholesterinwerte aus.
ACC Akut ist sehr preiswert und nicht rezeptpflichtig.

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