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Ketoconazol - Mittel gegen Haarausfall?
Verfasst am: FTW @ 11.09.06 | 18:09  
Die bekanntesten Mittel gegen den Haarausfall sind und bleiben Finasterid (Proscar) und Minoxidil.
Die Wirksamkeit dieser Substanzen ist erwiesen und somit sollten diese auch von Menschen mit der entsprechenden Veranlagung zu Haarausfall genutzt werden , insbesondere während einer Kur.
Finasterid ist wie allen bekannt ein 5-alpha-reduktase Hemmer und bringt nur bei Testosteron etwas, indem es dessen Konvertierung zu Dihydrotestosteron verhindert.
Minoxidil dagegen hat einen direkten Einfluß auf das Haarwachstum und stimuliert diesen.
Somit funktionieren diese 2 Medikamente auf 2 unterschiedlichen Wegen, so dass eine Kombination der beiden empfehlenswert ist und eine synergistische Wirkung zu erwarten ist.


Nun gibt es auch andere Wege auf denen man den Haarausfall stoppen bzw. abschwächen kann.
Ketoconazol ist ein Wirkstoff der z.B. in antischuppen- bzw. antibakteriellen- Shampoos verwendet wird.
Eine weitere interessante Eigenschaft des Wirkstoffs jedoch ist, dass es auch ein Antiandrogen ist und auch das Andocken von Androgenen an den Androgenrezeptor hemmen und auch insgesamt den Testosteronspiegel senken soll.
Aus diesem Grund findet es in der Medizin Verwendung bei einer pseudoverfrühten Pubertät, in der Jungen schon in frühen Jahren eine hohe Testosteronkonzentration aufweisen, die sich negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken kann, frühzeitiger Hypophysenverschluss etc. dabei wird das Medikament in höheren Dosen oral verabreicht.

Wieso ist es nun für uns interessant?
Die schwache antiandrogene Wirkung des Ketoconazol (KC) ist im Kampf gegen den Haarausfall sicherlich von gewisser Bedeutung, bei einer Benutzung eines ketoconazolhaltigen Shampoos ermöglicht dieser einen leichten antiandrogenen Schutz der Haarfolikel gegen andockende Androgene wie Dihydrotestosteron.
Insbesondere jedoch bei Kuren mit Mitteln bei denen Proscar keine Wirkung zeigt wie bei Dihydroderivaten wie z.B. Winstrol, da diese direkt auf die Haarfolikel wirken oder generell bei den anderen Steroiden, da Proscar einfach keine, für die Haare positive Wirkung, auf diese Steroide hat, ist Ketoconazol neben Spirolacton sicherlich ein interessantes Mittel.
Es sind leider nicht genügend Studien zu KC gemacht worden wie zu Proscar und Minoxidil. Somit ist die Wirkung gegen den genetisch bedingten Haarausfall umstritten, Kritiker zweifeln daran, dass die schwache antiandrogene Wirkung wirklich so relevant ist und zweifeln somit insgesamt an der Wirksamkeit gegen Alopezie.
In diesem Punkt mögen die Kritiker tatsächlich Recht haben, denn scheinbar ist es eine andere Wirkung die sich neben der antiandrogenen auf die Haarfollikel auswirkt, denn die antiandrogene ist zwar von gewisser Bedeutung, jedoch kann sie nicht wirklich eine so signifakante Bedeutung haben wie ursprünglich vermutet.

Ketoconazol hat andere Wirkungen.
Zuerst sollte die entzündungshemmende erwähnt werden, Entzündungen am Haarfolikel werden auch im Zusammenhang mit genetisch bedingtem Haarausfall gebracht, diese muss zwar noch eingehender untersucht werden, jedoch sollte jedem klar sein, dass eine Eindämmung der Entzündung einen positiven Einfluss auf die Haarfollikel haben sollte. Beim Andocken eines Androgens an ein Haarfollikel wird bei entsprechender Veranlagung eine Autoimmunreaktion ausgelöst, der Körper greift sozusagen eigenes Gewebe an, genaue Ursachen sind bis heute nicht geklärt. Bei dieser Reaktion kommt es zu der genannten Entzündung die teilweise mit K. eingedämmt und somit eine weitere positive Wirkung auf die Haarfollikel erzielt werden kann.

Die zweite, eventuell die wichtigste Wirkung des Ketoconazol auf die Haarfolikel, ist die Entfernung des sogenannten Sebum (englischer Begriff, der deutsche ist mir nicht bekannt), einer fettigen Substanz, die sich um die Haarfollikel herum einlagert und die sich auch bei der androgenbedingten Alopezie negativ auf die Follikel und die Vitalität des Haares auswirkt bzw. direkt mit der androg. Alopezie in Zusammenhang gebracht wird.
KC als wirksames Antischuppenmedikament entfernt nicht nur andere Grundnährstoffe für Bakterien, sondern auch das fettige Sebum, KC schafft somit ein positives Umfeld für das Wachstum der Haare und die Haarfollikel selbst.
Am Ende dieses Artikels habe ich eine Studie beigefügt, die sich unter anderem mit dem Zusammenhang der Sebumkonzentration und der Stärke bzw. dem Umfang der Haare befasst. Es besteht also ein direkter Bezug zwischen diesen beiden und man kann durch eine Anwendung von K. einen positiven Einfluss auf die Haare ausüben, die in der Studie sogar mit Minoxidil direkt verglichen wurde.

Die leichte antiandrogene, die entzündungshemmende und die sebumentfernende Wirkung des Ketoconazol dürfte sich sehr wohl positiv auf die Haarfolikel auswirken, somit auch bei einer genetisch bedingten Alopezie und insbesondere während Steroidkuren, in denen amerkanische Bodybuilder sogar während stark Haarfolikel belastender Kuren wie mit Winstrol auf KC schwören, insbesondere lässt sich eine fettige Kopfhaut vermeiden.

Zum Ende meines Artikels kann ich nur sagen, dass KC, obwohl es sich nicht um ein eindeutig bewiesenes Medikament gegen Alopezie handelt, auf jeden Fall einen Versuch wert ist, da der Preis relativ niedrig
ist (10 Euro für ein Shampoo das bei einer täglichen Anwendung ca 2 Wochen reicht) und die Nebenwirkungen ausser einer möglichen trockenen Kopfhaut und Haare nicht vorhanden sind. Dabei empfehle ich es nicht unbedingt als Therapie gegen Haarausfall aber zumindest während einer Steroidkur dürfte es ein sehr interessantes Mittel sein.

Bodybuilder in den USA benutzen das dort als Nizoral bekannte Shampoo erfolgreich gegen Haarausfall, in einer Konzentration von 1% wobei die 2% Version in den USA verschreibungspflichtig ist, in Deutschland ist die 2% Version z.B. in Shampoos wie Ketoconazol Stada 125ml für 10 Euro ohne Rezept erhältlich.


IvanDrago
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