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| Verfasst am: FTW @ 13.03.07 | 10:54 |
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Originaltext auf http://www.teenbodybuilding.com/derek20.htm
von Derek Charlebois
Hormone spielen beim Muskelaufbau eine sehr wichtige Rolle. Wenn man versteht, wie welche Hormone wirken, kann dies einen echten Vorteil auf dem Weg zur Entwicklung eines besseren Körpers darstellen. In diesem Artikel werde ich auf zwei Hormone eingehen, die beim Bodybuilding eine Schlüsselrolle spielen.
Doch zuerst möchte ich definieren, was ein Hormon genau ist:
"Hormon (m) – eine Chemikalie, welche Informationen und Anweisungen zwischen Zellen bei Tieren und Pflanzen transportiert. Oft auch als die chemischen Boten des Körpers bezeichnet, regulieren Hormone Wachstum, Entwicklung und Funktion unterschiedlicher Gewebetypen im Körper. Weiterhin unterstützen sie die reproduktiven Funktionen und den Stoffwechsel (Prozess, bei dem zugeführte Nahrung zum Zwecke der Energiegewinnung aufgespaltet wird.“ (1)
Im Grunde genommen sagen Hormone dem Körper, was er tun soll.
Die Hormone
Insulin
Insulin ist ein Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse produziert wird. Die Aufgabe von Insulin besteht darin, zu verhindern, dass der Blutzuckerspiegel zu stark ansteigt. Wenn man Kohlenhydrate verzehrt (sagen wir mal z.B. Traubensaft), schüttet der Körper Insulin aus, um den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Der Körper ist kontinuierlich bestrebt Homöostase bzw. das innere Gleichgewicht aufrecht zu erhalten
Aus diesem Grund versucht er zu verhindern, dass der Blutzuckerspiegel zu stark ansteigt oder zu stark abfällt. Die überschüssige Glukose wird hierfür in das Muskelgewebe oder in die Fettzellen transportiert und so der Blutzuckerspiegel gesenkt. An dieser Stelle wird Insulin für den Bodybuilder interessant. Insulin ist ein sehr anaboles Hormon, da es die Fähigkeit des Körpers zur Aufnahme von Aminosäuren verbessert (2). Es wird angenommen, dass die besten Zeitpunkte für eine Erhöhung des Insulinspiegels direkt nach dem Aufwachen und nach dem Training sind.
Dies liegt daran, dass zu diesen beiden Zeitpunkten die Insulinsensitivätät am höchsten ist. (2) Um einen Insulinausstoß zu erzeugen, benötigt man Nahrungsmittel mit einem hohen GI Wert. Ein Beispiel hierfür wäre Honig. Honig in Verbindung mit einem Proteinshake verursachte einen Insulinschub, der Glukose in die Muskulatur transportiert und die Aufnahme von Aminosäuren erhöht.
Was bedeutet anabol?
Anabol bezieht sich auf die Stoffwechselprozesse, die durch ein molekulares Wachstum, wie z.B. dem Aufbau von Muskelgewebe, charakterisiert werden. Im Zusammenhang mit Bodybuilding wird das Wort anabol oft als Synonym für „muskelaufbauend“ verwendet.
Wofür steht GI?
GI ist eine Abkürzung für ‘glykämischer Index’.
Weiterhin konnte gezeigt werden, dass Insulin den Proteinabbau (Katabolismus) nach dem Training stoppt (6). Insulin füllt also die Glykogenspeicher wieder auf, verstärkt die Aufnahme von Aminosäuren und beendet den Proteinabbau.
Was ist Glykogen?
Glykogenist die primäre Speicherform von Energie aus Kohlenhydraten (Glukose) im Körper, welche in der Leber und den Muskeln gespeichert wird.
Bevor man jetzt jedoch Honig in rauen Massen zuführt, sollte man wissen, dass Insulin auch noch eine zweite Seite hat. Insulin spielt auch eine wichtige Rolle bei der Speicherung von Energie in Form von Körperfett. Wenn Insulin ausgeschüttet wird, veranlasst es zunächst die Leber Glukose in Form von Glykogen zu speichern. Dies ist auch gut so, solange die Leber Glykogen zum Wiederauffüllen der Glykogenspeicher benötigt. Wenn alle Glykogenspeicher jedoch auseichend gefüllt sind, dann wird überschüssige Glukose als Fett in den Fettzellen gespeichert (4).
Glukagon
Glukagon ist ein weiters Hormon, das von der Bauchspeicheldrüse ausgeschüttet wird. Auch Glukagon dient zur Regulierung des Blutzuckerspiegels. Im Gegensatz zu Insulin wird Glukagon jedoch ausgeschüttet, wenn der Blutzuckerspiegel (zu) niedrig ist (3). Um den Blutzuckerspiegel wieder zu erhöhen wird Glukose benötigt. Da im Körper ein Mangel an Glukose vorliegt, wenn der Blutzuckerspiegel abfällt, muss der Körper sich an anderer Stelle bedienen.
Zuerst wird hierfür das in der Leber gespeicherte Glykogen verwendet. Doch woher kommt die Glukose, wenn die Glykogenspeicher der Leber erschöpft sind? Der aufmerksame Leser wird es richtig erraten haben: aus den Muskeln (2). Glukagon regt die Aufspaltung von Muskelprotein zum Zwecke der Glukoneogenese (Kohlenhydratherstellung aus anderen Quellen als Protein) an. Der Abbau von Muskelprotein findet statt, um den Körper mit Glukose zu versorgen, so dass er den Blutzuckerspiegel wieder auf den Normalwert anheben kann.
Um dies zu verhindern, sollte man Nahrungsmittel mit einem niedrigen GI zu sich nehmen, welche den Körper über einen längeren Zeitraum mit Glukose versorgen, ohne dass es zu einem starken Anstieg des Blutzuckerspiegels kommt, was ja in der Folge auch zu einer starken Insulinausschüttung führt, um die überschüssige Glukose zu speichern.
Die Geschichte des Glukagon
In den 1920-igern untersuchten Kimball und Murlin Bauchspeicheldrüsenextrakte und fanden neben Insulin eine weitere Substanz mit hyperglykämischen Eigenschaften.
Glukagon wurde in den späten 1950-igern entschlüsselt, doch erst in den 1970-igern wurde seine Rolle in der Physiologie des Körpers vollständig verstanden, nachdem ein spezifisches Radioimmunoassay entwickelt worden war (Ein Radioimmunoassay (RIA) ist eine Labormethode zur quantitativen Bestimmung kleinster Substanzmengen.)
Wünschenswerter Bereich für den Blutzuckerspiegel
Der Körper versucht den Blutzuckerspiegel innerhalb eines bestimmten Bereiches zu halten. Der für den Körper wünschenswerte Bereich geht von 70mg/dl bis 110mg/dl („mg/dl“ bedeutet „Milligramm Glukose pro 100 Milliliter Blut“) (5).
Zusammenfassung
Insulin kann sehr anabol wirken. Um diese Wirkung zum eigenen Vorteil einzusetzen, sollte man versuchen eine Insulinausschüttung nach dem Training zu erreichen. Dies ist der wichtigste Zeitpunkt hierfür. Ein anderer guter Zeitpunkt wäre direkt nach dem Aufwachen. Man sollte den Körper jedoch nicht ständig mit Insulin „bombardieren“, da Insulin auch die Fetteinlagerung fördert.
Es ist auch wichtig darauf zu achten, dass der Blutzuckerspiegel nicht zu weit abfällt. Man möchte ja keine Muskelmasse verlieren, nur weil man vergisst zu essen. Um die Funktionen des Körpers optimal aufrecht zu erhalten, sollte man tagsüber Lebensmittel mit einem niedrigen GI essen. Hierdurch wird verhindert, dass der Körper Muskelprotein zur Energieversorgung heran zieht und dass größere Mengen an Insulin zu nicht erwünschten Zeiten ausgeschüttet werden.
Quellen:
1. "Hormone," Microsoft® Encarta® Encyclopedia 99. Copyright © 1993-1998 Microsoft Corporation.
2. Paul Delia, "Insulin, Glucagon, Glucose, Fat and Muscle: Understanding How These Elements Interact Can Help You Build Muscle and Burn Fat."
3. "Glucagon," Microsoft® Encarta® Encyclopedia 99. Copyright © 1993-1998 Microsoft Corporation.
4. "Physiologic Effects of Insulin."
5. "Insulin Regulation of Blood Sugar and Diabetes."
6. John M. Berardi, "Solving The Post-Workout Puzzle - Part 2: The Recovery Plan."
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