John Crichton

Anmeldedatum: 01.12.2002 Beiträge: 196 Wohnort: Munich City the German L.A.
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Verfasst am: 13.01.03 | 01:16 Titel: hardgainer fastgainer gründe - lexikon |
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ich weis nicht obs hier irgendwo steht aber hier ist interesantes material warum man hardgainer oder fastgainer ist.
quelle: bblex.de
Das Lexikon für BodybuilderMuskelzellen und Muskelfasern
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Die Kraft, die der Körper für jede einzelne Bewegung braucht, wird in den Muskelzellen erzeugt. Die Muskelzellen sind wie Perlen zu einer Kette zusammengefügt, den Muskelfasern. Viele Muskelfasern werden zu einem Muskelkopf zusammengeführt. Manchmal bildet ein einzelner Muskelkopf den kompletten Muskel, manchmal wachsen zwei, drei oder vier Muskelköpfe zu einem einzigen Muskel zusammen (Bizeps, Trizeps oder Quadrizeps).
Jede Muskelzelle kann sich zusammen ziehen. Dabei werden zwei gegenüber liegende Zellwände zu einander gezogen. Dadurch wird die Zelle auf der einen Seite kürzer, aber dafür breiter (die Zelle ist ja nicht leer, sondern flüssig gefüllt): der Muskel schwillt. Diese Bewegung wird durch eine Art "Gummibänder", die in der Zelle angebracht sind, hervorgerufen. Sobald ein Nerv einen kleinen Stromstoß in die Zelle schickt, werden die Bänder angespannt und ziehen so die Zelle zusammen. Allerdings bleibt die Zelle auch dann noch angespannt, wenn der Nerv nicht mehr "Bescheid sagt". Sie kann sich nicht von selbst wieder zurück bewegen. Deswegen hat jeder Muskel irgendeine Möglichkeit, wieder auseinander gezogen zu werden. Meist geschieht dies durch einen Gegenspieler; das ist ein Muskel (oder mehrere), der die Gegenbewegung ausführt. Dann werden die Muskelzellen dieses Muskels zusammengezogen und ziehen zugleich die Zellen des Partnermuskels wieder auseinander.
Die maximale Kraft, die ein Muskel entwickeln kann, wird durch zwei Faktoren bestimmt:
Durch die Zahl der Muskelzellen, die sich zusammenziehen können.
Durch die Größe der einzelnen Muskelzellen.
Durch das Training wird die Zahl und die Größe der Muskelzellen und Fasern erhöht. Außerdem kann die Zellgröße durch das Supplement Kreatin erhöht werden. Kreatin lagert Wasser in der Zelle ein. Dadurch liegen die Zellwände, die durch die "Gummibänder" zusammengezogen werden, weiter auseinander, die Zelle kann sich also stärker verkürzen: der längere Weg vergrößert die Kraft. Das funktioniert aber nur, wenn Wasser in die Zelle eingelagert wird. Wenn Wasser im Gewebe zwischen den Zellen und Muskelfasern liegt (z.B. wenn Du zu viel Salz zu Dir nimmst) ist der Effekt genau anders herum: die Muskelzellen können sich schlechter verformen, weil das Wasser von außen auf die Zellen drückt und sie behindert.
Muskelfasern werden aus vielen Muskelzellen zusammengesetzt. Dabei liegen die Zellen in einer Reihe hinter einander, und zwar so, dass die Faser kürzer wird, wenn die Zellen sich zusammenziehen. So addieren sich alle Verkürzungen der einzelnen Zellen, der Muskel kann jetzt z.B. einen Arm beugen. Damit die Kraft, die der Muskel entwickelt hat, übertragen werden kann endet jede Muskelfaser mit einer Art "Seil": einer Faser aus einem kräftigen Material, aus dem die Sehnen aufgebaut werden.
Es gibt "schnelle" und "langsame" Muskelfasern, benannt nach der Geschwindigkeit, mit der sie reagieren. Sie werden mit unterschiedlichen Brennstoffen versorgt. Die schnellen Fasern, auch weiße Fasern genannt, werden besonders stark vom Blut mit Sauerstoff versorgt. Der Blutsauerstoff ist natürlich sofort verfügbar, aber weil die Muskeln bei der Kontraktion anschwellen drücken sie zugleich die feinen Adern zu, die sie mit Sauerstoff versorgen. Der Nachschub bleibt also sehr schnell aus. Deswegen sind diese schnellen, kräftigen Fasern nur für kurze, kräftige Bewegungen zu brauchen. Die roten Fasern werden dagegen weniger durch Blutsauerstoff betrieben, sondern mit gehortetem Brennmaterial. Weil das für die Verbrennung erst umgebaut werden muß sind diese Fasern etwas langsamer, können dafür aber sehr viel länger die Kraft aufrecht erhalten. Die verschiedenen "Brennöfen" der Zellen sind im Mikroskop unterschiedlich gefärbt, daher die Namen. Das Verhältnis von roten zu weißen Muskelfasern ist bei allen Menschen unterschiedlich. Menschen mit besonders vielen roten Muskelfasern, die Hardgainer, bauen langsamer Muskelmasse auf, brauchen dafür aber ein bis zwei Ruhetage weniger als die Fastgainer, die besonders viele weiße Muskelfasern besitzen und schnell Muskelmasse aufbauen können.
In den Muskeln sind die roten und weißen Muskelfasern im Allgemeinen gleich verteilt. Allerdings gibt es einzelne Muskeln, die von dieser "Halbe-Halbe-Regel" abweichen. So hat der Trizeps etwa 10% bis 30% mehr schnelle weiße Muskelfasern, der Schollenmuskel dagegen 25% bis 40% mehr langsame rote Muskelfasern als ein durchschnittlicher Muskel. Wenn Du darüber nachdenkst, was für Aufgaben diese Muskeln haben wirst Du sofort dahinter kommen, warum das so ist.
Übrigens gibt es zwei verschiedene Arten von Muskelzellen: die Skelettmuskulatur, die man auch quergestreifte, animale oder bewußte Muskulatur nennt, sowie die Glatte Muskulatur, die auch vegetative oder unbewußte Muskulatur genannt wird. Glatte Muskulatur kommt vor allem in den Eingeweiden vor. Sie muß sich ständig bewegen, damit der Nahrungsbrei in den Därmen weiter transportiert wird, braucht dafür aber nicht sehr kräftig zu sein. Deswegen sind diese Muskeln und Muskelzellen anders aufgebaut als die Skelettmuskeln, die für kurze Zeit starke Kräfte entwickeln können. Glatte Muskulatur wird nicht vom Hirn gesteuert, sie steuert sich automatisch. Daher kommt die Bezeichnung "unbewußte" bzw. "vegetative" Muskulatur. Der Herzmuskel wird zwar auch nicht vom Gehirn gesteuert - versuch' mal, Dein Herz anzuhalten (ohne Messer, bitte!) - muß aber das Blut mit viel Kraft bewegen. Deswegen wird er zwar nicht vom Gehirn gesteuert, besteht aber trotzdem aus quergestreiften Muskelfasern. |
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