AC Big Papa

Anmeldedatum: 03.04.2003 Beiträge: 976 Wohnort: nicht mehr daheim ...
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Verfasst am: 16.03.04 | 16:11 Titel: L-Glutamin |
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L-Glutamin
"Glutamin bzw. Glutaminsäure ist im Prinzip eine nicht-essentielle Aminosäure, da sie der Körper aus anderen Aminosäuren (insbesondere aus Valin und Isoleucin) herstellen kann. Sie wird aber als eine zustands-essentielle Aminosäure gehandelt, da sie bei katabolen Belastungen nicht in genügender Menge bereitgestellt werden kann und somit mit der Nahrung ergänzt werden muß.
Mit einer Konzentration von ca. 55-60% im Aminosäurepool ist Glutamin die Aminosäure, welche in freier Form in der höchsten Konzentration vorzufinden ist. Sie ist daher für die Muskelproteinsynthese sehr wichtig.
Glutamin wird durch die Aufnahme von Ammoniak aus der Aminosäure Glutaminsäure gebildet. Dadurch wird die Ansammlung des "Zellgiftes" Ammoniak verhindert, welches in erhöhten Mengen bei katabolen Situationen (intensivem Training) anfällt und zu neuromuskulären Schäden im Körper führen kann. Das entstandene Glutamin wird im Blut zur Leber transportiert und dort zu Harnstoff abgebaut, wobei die Glutaminsäure wieder zurückgebildet wird. Bei intensivem Training (im katabolen Zustand) baut der Körper Proteine zu Aminosäuren ab, um sie zur Energiegewinnung heranzuziehen. Bei diesem Prozeß werden Aminosäuren wie Arginin, Prolin, Histidin und vor allem die verzweigtkettigen Aminosäuren Leucin und Isoleucin in die Glutaminsäure überführt, welche – vom Darm aufgenommen – in Alanin umgewandelt wird und als Energielieferant in die Leber gelangt. In dieser Situation kann zusätzlich aufgenommenes Glutamin den Verbrauch der o.g. Aminosäuren verringern und somit die Eiweißkatabolie vermindern.
Im katabolen Zustand (proteinabbauende Phase, z.B. beim Übertraining) sinkt die Plasmaglutaminkonzentration durch den erhöhten Bedarf der Zellen des Immunsystems. Die Glutaminfreisetzung kann durch Extreme körperliche Belastung gehemmt werden, so daß den Zellen des Immunsystems nicht genügend Glutamin zur Verfügung steht.
Mittlerweile weiß man, daß intensives Gewichtstraining nicht nur die anabolen, d.h. muskelaufbauenden Prozesse fördert, sondert gleichzeitig auch den Abbau von Muskelgewebe (Katabolie) während des Trainings verursacht. Es kann also nur zu einem Gewinn an neuer Muskelmasse kommen, wenn die anabolen Prozesse (Proteinsynthese) die katabolen Prozesse (Muskelabbau) übersteigen.
Studien sollen gezeigt haben, daß Glutamin einerseits die Proteinbiosynthese erhöht und zum anderen dem Proteinabbau entgegenwirkt. Beim Muskelaufbau spielt es eine Schlüsselrolle, da ohne eine ausreichende Glutaminkonzentration in den Muskelzellen kein Muskelaufbau stattfinden kann. Dabei beruht die muskelaufbauende Wirkung von Glutamin in erster Linie auf einer Steigerung der Zellhydratation (Einlagerung von Wasser in die Zellen) bzw. einer Zunahme Zellvolumens. Ein ähnlichen Effekt (Zellhydratation) wird auch beim Creatinmonohydrat festgestellt.
Eine Zunahme des Hydratationszustands (Zellschwellung) wirkt anabol und fördert die Protein- und Glykogensynthese, während umgekehrt eine Abnahme des zellulären Hydratationszustandes (Zellschrumpfung) katabol wirkt.
Heutzutage geht man davon aus, daß beim Altern der Verlust an Muskelmasse weniger auf eine negative Stickstoffbilanz, sondern vielmehr auf den geringeren Hydratationszustand der Muskelzellen zurückzuführen ist.
Bei intensivem Training oder reduzierter Nahrungsaufnahme (Diät) gehen den Muskelzellen große Mengen an Glutamin verloren. Insbesondere die erhöhte Glutaminverwendung anderer Gewebe bei Leistungsstreß führt zu einer Glutaminentleerung im Muskel. Um diese Defizite auszugleichen, muß Glutamin verstärkt aus anderen Aminosäuren, insbesondere aus BCCAs (verzweigtkettige Aminosäuren) synthetisiert werden. Die somit entstehenden Verluste dieser Aminosäuren führen zwangsläufig zu einer verminderten Proteinbiosynthese, einer negativen Stickstoffbilanz und einem vermehrten Muskelabbau (Katabolie). Dieser Zustand schreitet solange voran, bis die Glutaminkonzentration sich wieder normalisiert hat. Eine Substitution von Glutamin bzw. verzweigtkettigen Aminosäuren (Valin, Leucin, Isoleucin) würde diesen Abbauvorgängen entgegenwirken und den Muskelabbau schneller verhindern.
Angesichts des gesteigerten Verbrauches an Glutamin bei intensiver sportlicher Belastung und der durchaus positiven Wirkungen auf Regeneration und Muskelaufbau ließe sich eine Glutamin-Substitution in Erwägung ziehen. Die vielfach zugeschriebenen immunstimulierenden Wirkungen einer Glutamin-Zufuhr können aufgrund unterschiedlicher Studienergebnisse als nicht gesichert angesehen werden. Auch über die zugeführte Menge und Einzeldosis gibt es derzeit geteilte Meinungen .....
Zwar sind die vielfältigen Wirkungen von Glutamin auf den Anabolismus bzw. Anti-Katabolismus untersucht worden, jedoch läßt sich die Effektivität einer Supplementierung im Fitneßsport (Muskelaufbau) derzeit noch nicht 100% beweisen, ist aber unter Berücksichtung bekannter Ergebnisse anzunehmen."
Besser kann mans kaum erklären ..........
AC  _________________ viel zu wenig Zeit ......Sorry ! |
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