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Kontraproduktivität bei Nandrolon/Trenbolon + Finasterid

 
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IvanDrago
primus inter pares



Anmeldedatum: 21.02.2003
Beiträge: 1309

BeitragVerfasst am: 29.01.04 | 16:01    Titel: Kontraproduktivität bei Nandrolon/Trenbolon + Finasterid

Kontraproduktivität des Einsatzes von Finasterid zusammen mit Nandrolon und/oder Trenbolon


Finasterid, also der Wirkstoff in Medikamenten wie Proscar und Propecia wird bei Menschen mit Veranlagung zum androgenbedingtem Haarausfall verschrieben, die Funktionsweise des Mittels ist relativ einfach, es hemmt das 5-alpha-reductase Enzym, das unter anderem in der Haut vorkommt. Dieses Enzym sorgt wie allen bekannt dafür, dass das Androgen Testosteron zu Dihydrotestosteron (DHT), also der "hautaktiven" Variante umgewandelt wird.
DHT verfügt über eine Bindungskapazität zum Androgenrezeptor, die die des Testosteron bei weitem etwa um das 5-10fache übersteigt, es dockt somit auch stark an die Androgenrezeptoren der Haarfolikel an und löst bei entsprechender Veranlagung eine Autoimmunreaktion aus, der Körper greift die Haarfolikel, also sein eigenes Gewebe an und das Ergebnis ist Haarausfall.
Somit empfiehlt es sich in Kuren in denen Testosteron benutzt wird, Finasterid zu benutzen um dem Haarausfall entgegenzuwirken bzw. ihn abzuschwächen.

Aus welchem Grund soll man aber kein Finasterid mit Nandrolon und nun wie auch von mir behauptet nicht mit Trenbolon benutzen?

Während Testosteron durch das 5AR-Enzym zu einem stärkeren Androgen konvertiert wird, geschieht generell bei meisten 19-Nor-Abkömmlingen also Nandrolon und seinen Derivaten genau das Gegenteil.
Nandrolon (0,3-0,4) selbst verfügt wie in der vorliegenden Studie gezeigt wird über die 3 fache Bindungskapazität des Testosteron (0,1-0,2) zum Androgenrezeptor also höher als von den meisten sonst vermutet, wobei DHT als Referenzwert benutzt wurde mit dem sehr hohen Wert 1, Dihydronandrolon (DHN) jedoch hat nur den Wert von 0,12.

Zitat:

[Different binding of testosterone, 19-nortestosterone and their 5 alpha-reduced derivatives to the androgen receptor of the rat seminal vesicle: a step toward the understanding of the anabolic action of nortesterone.
Toth M, Zakar T.]

Competition data were graphically analyzed, and after correction for steroid metabolism the following relative competition indices were obtained: DHT = 1.00; nortestosterone = 0.32-0.4; testosterone = 0.1-0.2; DHN = 0.12. However, binding to cytosolic and nuclear receptors did not differ significantly. It is concluded that testosterone and 19-nortestosterone (which are equally good substrates for 5 alpha-reductase) are converted in the seminal vesicles to metabolites, of which DHT exhibits an affinity to the androgen receptor nearly one order of magnitude higher than that of DHN. On the other hand, in skeletal muscles that are practically devoid of 5 alpha-reductase activity, the 3-fold higher affinity of nortestosterone to the receptor, expectedly, results in a myotropic activity that is superior to that of testosterone.


Während diese starke Affinität zum Androgenrezeptor (AR) dem Nandrolon eine wesentlich stärkere Buch-2007.html" target="_blank">anabole Eigenschaft z.B. innerhalb des Muskelgewebes verleiht, die dem des Testostosteron überlegen ist, so verhält es sich in der Haut bzw. im Gewebe in dem diese 2 Hormone
5-alpha-reduziert werden, genau umgekehrt.
Nandrolon wird zu dem sehr schwachen Androgen DHN und Testosteron zu dem stark androgenen DHT umgewandelt, DHN hat aufgrund der schwachen Affinität zum AR kaum eine Auswirkung auf die Haarfolikel während DHT regelrecht vernichtend für diese sein kann. So hat man bei der Verwendung vom üblichen Deca (Nandrolondecaonat) üblich die Erfahrung, dass die Haare trotz einer Veranlagung zum Haarausfall, kaum geschädigt werden.
Hemmt man nun aber bei Nandrolon gerade diesen Vorgang, also die Konvertierung zu Dihydronandrolon, riskiert man einen enormen Haarausfall, die Erklärung dazu kann sich aufgrund der vorgelegten Studie jeder schon selbst denken, statt des milden DHN (0,12) wirkt nun das Nandrolon (0,3-0,4) selbst in der Haut und an den Haarfolikeln.

Sicherlich ist die Bindungskapazität nicht so hoch wie bei DHT aber man muss bedenken, dass üblicherweise Dosierungen von 400mg Nandrolondecaonat die Woche bei Kuren verwendet werden, eine Menge an Wirkstoff, an dessen Konzentration des DHT nicht rankommen kann da es erst mal aus dem zugeführten Testosteron gewonnen werden muss und verglichen damit eher in geringen Mengen vorkommt.
Nun kann man sich denken, was für eine Wirkung 400mg Deca die Woche, das nun direkt hautaktiv ist, auf die Haarfolikel haben kann.
Man sollte also auf jeden Fall von einem Gebrauch von Finasterid in Kombination mit Nandrolon absehen, falls man Nandrolon im beliebten Stack mit Testosteron verwenden wollte, eignet sich Boldenon ganz gut als Ersatz dafür, da es keine Schwierigkeiten mit Fin. verursacht.


Wieso sollte man auch zu Trenbolon kein Finasterid/Proscar nehmen?

Die Erklärung hierzu baut auf dem auf, was wir über das Nandrolon wissen, auch Trenbolon ist nichts weiter als ein Nandrolonabkömmling und unterscheidet sich lediglich vom Nandrolon durch Doppelbindungen an der 9-10 und 11-12 Stelle des Moleküls, die dem Trenbolon die bekannte, stark androgene Wirkung verleihen.
Es verfügt genauso wie Testosteron und Nandrolon über eine 4-5 Bindung am ersten Ring, die durch das 5AR Enzym aufgehoben wird und somit das entsprechende Hormon zu seiner Dihydrovariante umwandelt. Trenbolon verfügt auch nicht wie z.B. Boldenon über eine 1-2 Doppelbindung am ersten Ring des Moleküls, die sich störend auf diesen Vorgang auswirken könnte.

Trenbolon selbst weist eine sehr hohe Affinität zum Androgenrezeptor auf, sie übersteigt sogar die des DHT, trotzdem löst es kaum Haarausfall aus und komischerweise hat sich kaum jemand darüber Gedanken gemacht. Ein Steroid kann nicht in verschiedenem Gewebe unterschiedliche Affinitäten zum AR haben, entweder es dockt stark an oder nicht, es sei denn es wird wie Nandrolon zu einem schwächeren Abkömmling wie DHN verstoffwechselt, somit müsste dasselbe auch für Trenbolon gelten.

Ein gutes Beispiel ist ein 19-Nor-Abkömmling der nicht durch das 5AR Enzym umgewandelt werden kann, Oxabolon, es wirkt somit selbst direkt in der Haut.
Und das Ergebnis? Bei entsprechender Veranlagung ein extremer Haarausfall.
Oxabolon wäre also vergleichbar mit Nandrolon+Finasterid oder Tren+Fina.

Eine Studie, die ich schon mal früher erwähnte, liegt mir vor und verweist darauf, dass Trenbolon zwar sehr potent im Gewebe ohne 5AR ist, während es im Gewebe das dieses Enzym enthält wie z.B. die Haut wesentlich schwächer wirkt.
Zitat:

[Toxicol Sci. 2002 Dec;70(2):202-11.
In vitro and in vivo effects of 17beta-trenbolone: a feedlot effluent contaminant.
Wilson VS, Lambright C, Ostby J, Gray LE Jr]

Auszug: TB was as potent as testosterone propionate in tissues that lack 5alpha-reductase but less effective at increasing weight of tissues with this enzyme. Such tissue specificity was anticipated because other C-19 norsteroidal androgens display a similar profile in this assay.


Dies weist eindeutig darauf hin, dass auch Trenbolon genauso wie Nandrolon zu einem schwächeren Androgen verstoffwechselt werden muss, denn sonst würde es eine verheerende Wirkung auf die Haare, vergleichbar mit Oxabolon haben und auch im Gewebe mit 5AR genauso stark wirken, dies ist aber nicht der Fall.

Bis heute gibt es meines Wissens nach, leider noch keinen Nachweis einer "Dihydrotrenbolonvariante" bzw. eines 5alpha reduzierten Trenbolon unter den Metaboliten des Trenbolon, jedoch wird den meisten nach dem lesen dieses Artikels halbwegs klar sein, dass dieser Vorgang eigentlich stattfinden muss und somit können wir höchstens abwarten bis so ein Metabolit gefunden wird bzw. dies alles genauer erforscht ist.
Ich lasse mich gerne vom Gegenteil meiner Theorie überzeugen. ;)

IvanDrago



Hier noch 3 Zeichnungen, 2 vereinfachte Skizzen des Nandrolon und Trenbolonmoleküls um zu zeigen wie sehr sich die beiden Hormone ähneln und eine große Zeichunung des Nandrolonmoleküls mit enstprechenden Bezeichnungen der Ringe und der C-Moleküle um sich ein genaues Bild davon machen zu können.
Man beachte die Doppelbindung zwischen 4-5 , diese ist bei beiden Hormonen vorhanden und wird bei Nandrolon durch 5AR entfernt bei der Konvertierung zu DHN, wieso sollte es also bei Trenbolon nicht gehen? ;)
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